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 Planentwicklung
Zu Beginn der Planung wurde zunächst der Anlagenraum vermessen und in das Planungsprogramm übernommen. Dabei wurden auch Tür, Fenster, Heizkörper und andere Hindernisse berücksichtigt. Die Anlagenform "an-der-Wand-entlang" stand schon fest, der erste Grundriß entstand durch Linien, die 75cm entfernt parallel zur Wand liefen.
 
Schnell entstand eine Grobskizze. Kreise mit Mindestradius dienten als Platzhalter für Kehrschleifen. Das Gebiet um den Hochofen wurde schon etwas genauer geplant, die grundsätzliche Lage mit Gleisen quer zur Abstichhalle sowie dahinter liegendem Bunker wurden später beibehalten. Bei den ersten Entwürfen versuchte ich die Themen Zeche und Hafen ebenfalls unterzubringen. Sehr praktisch war die direkte Nachbarschaft aus Koksbunker des Hüttenwerks und Kohlebunker der Zeche (rechts oben). Durch den Hintergrund - hier als Spiegelsäule geplant - wären volle Züge hinter dem Hochofen verschwunden und unter dem Kohlenbunker der Zeche wieder erschienen. Leider wurde spätestens beim Versuch eine DB-Strecke unterzubringen klar, daß dieser Ansatz zuviel Themen auf zuwenig Fläche vorsah.
Beim nächsten Versuch wurde zunächst der grobe Verlauf der Strecken mit den Kehrschleifen bzw. Gleiswendeln "locker" im Raum geplant. In dieser Grundform wurde weiterhin von einer Anlagenzunge ausgegangen, die in die Raummitte ragt und einen U-förmigen Bediengang frei läßt. Hiervon bin ich dann abgegangen, nachdem ich eine Klubanlage mit zu engen Bediengängen besichtigt hatte. Schließlich ergab sich eine C-förmige Anlagenform, die rechts und links der Tür Verdickungen für Kehrschleifen aufweist und die Tür mit einer Klappe überbrückt.
 Version 1
Bei der ersten konkreten Planungsversion wanderte der Hochofen neben die Tür und erhielt recht früh einen seitlichen Spiegel zur optischen Vergrößerung. Hochofen und Werkhallen lagen dicht beieinander, dazwischen befand sich ein dichtes Netz aus Anschlußgleisen.
 
Auch das BW der Industriebahn war schon bei "Version 1 in Arbeit" vorhanden, es war über ein Gleisdreieck an die Industrieringstrecke angeschlossen, damit hätte man Dampflokomotiven wenden können. Hochbahn und Industriebahn verliefen dann entlang des DB-Bahnhofes auf einem gemeinsamen Gleis auf Stadniveau. Die DB-Gleise lagen in einem Einschnitt, eine Bahnsteigtreppe hätte vom hochgelegenen Empfangsgebäude hinab auf die Bahnsteige geführt. An der linken Wand war die Schlackenverarbeitung vorgesehen, die von der Hochbahn über eine Stahlbrücke überquert werden sollte.
 
Der Entwurf gefiel mir grundsätzlich, jedoch hatte er ein paar Schwächen
  • Die DB-Strecke war kaum sichtbar
  • Gleichzeitiger Ringverkehr auf Hochbahn und Industrie-Ring wurden durch das gemeinsam genutzte Gleis eingeschränkt
  • Es gab kein Übergang zwischen Industriegebiet und DB-Strecke
Diese Schwächen wurden behoben, damit war "Version 1 fast fertig". Der Plan hatte eine hohe Gleisdichte, besonders die Verbindungsgleise waren schwierig unterzubringen. Ein 1:10-Modell des Plans aus Pappe und Styropor zeigte dann, daß der Entwurf mit Gleisen überladen und nicht überzeugend zu gestalten war. Zuviel war Zuviel, also zurück auf Start. Immerhin hatte ich wieder mehr Erkenntnisse über meine Anforderungen erhalten.
 Version 2
Der Neustart behielt lediglich die grobe Anlagenform und die Postion des Hochofens bei. Der DB-Bahnhof mit drei Gleisen rutschte als Skizze möglichst weit in die Ecke. Diagonal gegenüber versuchte ich, dort einen Übergabebahnhof mit dahinterliegenden Hallen unterzubringen. An beiden Enden waren Gleiswendel eingeplant. Es stellte sich jedoch heraus, daß die Industriestrecke, die hinter dem Hochofen entlang verliefnicht schnell genug in der Versenkung verschwand. Außerdem lag die skizzierte Weichenstraße des Übergabebahnhofes zu dicht im Gleisfeld des Hochofens.
Die "Version 2 in Arbeit" ließ schon das endgültige Konzept erkennen. Der Übergabebahnhof rutschte eine Ecke weiter, DB-Bahnhof und der Hochofenbereich fanden schon fast ihre endgültige Form. Im Unterschied zur tatsächlichen Anlage war eine zweite Gleiswendel für die DB-Strecke geplant, der Schattenbahnhof hätte dann keine Kehrschleife benötigt.
Bald war ich der Meinung, daß "Version 2" fast fertig sei. Ein paar Details wurden noch geändert. So verlief die Hochbahn schon in der Nähe der DB-Station hinter Werkhallen entlang und hatte dort auch Abstellgleise. Für die Schlackengrube wurde noch eine Spitzkehre zur Überwindung des Höhenunterschiedes eingeplant. Die Szenentrennung zwischen Hochofen und Übergabebahnhof sollte durch eine Landstraße erfolgen.
Dann kam ich schließlich auf die Idee, im Vordergrund des Übergabebahnhofes eine weitere DB-Strecke einzuplanen und habe damit "Version 2" übertrieben. Die Gleiswendel unter dem DB-Bahnhof wurde aufgegeben und statt dessen eine 180°-Kehre eingeplant. Industrie- und DB-Strecke verliefen ein kurzes Stück parallel. Die zusätzlichen Werkhallen in Bahnhofsnähe wurden wieder wegen schlechter Hantierbarkeit gestrichen.
Der zunächst "endgültige" Gleisplan verzichtet auf die zusätzliche DB-Strecke. Kleinere Änderungen betreffen den Gleiswechsel im Vordergrund des Bahnhofes, der nun im weiten Bogen verläuft. Im Hochofenbereich soll das Gleis zwischen Hochofen und Bunker durchgehend befahrbar sein, außerdem gibt es dort zwei weitere Abstellgleise. Und schließlich wurde die Straße zwischen Hochofen und Übergabebahnhof durch einen Kanal ersetzt. Ursprünglich hatte ich geplant, die Spiegel an den Anlagenenden etwas einwärts zu kippen, damit man sich selbst nicht im Spiegel sieht. Davon bin ich wieder abgegangen, da mir die nötige Verschwenkung der Hintergrundkulisse zu aufwendig erschein.
 
Diese Gleisplan wurde zunächst im Bereich DB-Strecke und Stahlwerk wie geplant realisiert. Die ersten Änderungen fanden dann im Bereich der Tür statt, ich habe auf die Klappe am Eingang aus technischen Gründen verzichtet, die Strecken sind dort nicht mehr geschlossen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde auch die Weichenverbindung im Vordergrund des DB-Bahnhofes wieder zurückgebaut. Schließlich kam es zu Änderungen des Gleisplans im Hochofenbereich, die sich aus 1:1 Stellproben vor den Gleisarbeiten dort ergaben. Der aktuelle und verwirklichte Gleisplan ist dann im Kapitel "Gleisplan" zu sehen.
Zugschluß
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