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 Gleisanlagen des Stahlwerks
Die Gleisanlagen des Stahlwerks bestehen aus dem fünfgleisigen Übergabebahnhof sowie den davon abzweigenden Hallengleisen mit den Beladestellen. Drei Gleise führen in die Halle zur Brammenverladung, zwei Gleise führen in die Konverterhalle für die Versorgung mit Roheisen und Kühlschrott. Ein weiteres kurzes Gleis verläuft direkt vor der Konverterhalle für die Anlieferung von Zuschlagstoffen.
Westlich des Stahlwerks schließt sich das BW der Werkbahn an. Dahinter verläuft die Verbindungsstrecke zur Außenwelt, überwacht vom Stellwerk Phoenix-West. Im Osten verlassen die Gleise das Stahlwerk zum Kanal, um danach den Hochofen-Bereich zu erreichen. Die Gleisanlagen des Stahlwerks sind der Dreh- und Angelpunkt des Werkbahn-Betriebs.
Schon früh im Baustadium fanden Stellproben statt. Dazu wurden ein paar Gleise an die Stelle des künftigen Übergabebahnhofes plaziert. Damit konnte ich gut die spätere Wirkung des Gleisplanes überprüfen. Die Gleise liegen - Ruhrgebiet-typisch - recht gedrängt, aber es ist noch genug Platz für Böschungen, Pflanzen, Rohrleitungen und andere optische Trenner vorhanden.
Nachdem ich ein teilmontiertes Trix-Kraftwerk günstig ersteigern konnte, nutze ich die Gelegenheit, um weitere Ideen für die Gestaltung des Stahlwerks auszuprobieren. Neben den Kraftswerksteilen soll eine Wellblechhalle sowie eine Werkshalle in Ziegelbauweise verwendet werden. Ein paar provisorisch verlegte Flexgleise gaben einen Eindruck davon, wie es hier künftig aussehen sollte.
 Bauvorbereitung und letzte Feinplanung
Die fertig zugeschnittenen und aufgebauten Trassenbretter dienten als Grundlage für die letzte Feinplanung. Dazu wurde der Gleisplan für den Stahlwerk-Bereich mit CadRail im Maßstab 1:1 ausgedruckt und die einzelnen DIN A4-Blätter an den Rändern beschnitten und zusammengeklebt. Der komplette Gleisplan konnte dann auf den Trassenbrettern ausgelegt werden.
Auf dem Gleisplan wurde passendes Rollmaterial aufgestellt. Es hat Freude gemacht, die ganzen Schätze einmal aus ihren Kartons zu holen. Ich war auch überrascht, wieviel Bestand sich bereits angesammelt hatte. Mit den Loks und Wagen ließ sich die Gesamtwirkung gut überprüfen, insbesondere die Gleisabstände und die Radien. Außerdem konnten die Nutzlängen der Abstellgleise in den Hallen getestet werden.
Gleichzeitig wurden auch die Gebäude erneut ausprobiert und an den richtigen Stellen platziert. Dabei konnten kleinere Korrekturen und Verbesserungen vorgenommen werden, aber im Grundsatz wurde die Planung bestätigt. Die genauen Abmessungen der Trassen lagen damit fest und die Blende am vorderen Anlagenrand konnte montiert werden.
 Einfahrtsweichen des Übergabebahnhofs
Die Einfahrt zum Übergabebahnhof wurde wieder als separates Segment montiert. Besonders die Arbeiten unter dem Trassenbrett konnten dann bequem durchgeführt werden. Hierzu gehörte der Einbau der Handantriebe für die Weichen sowie die Verkabelung für die Gleisspannung.
Der Gleisplan wurde erneut ausgedruckt, diesmal mit angedeutenen Schwellen und Gleisprofilen. Mit Alleskleber wurde das Papier auf der Korktrasse angeheftet. Die Gleise konnten nun genau nach Vorlage ausgerichtet werden. Später - beim Einschottern - wurde die Papierlage durch den verdünnten Weißleim nochmal sicher mit der Unterlage verklebt. Die Farbgebung der Schwellen und Gleisprofile erfolgte nebenan im Werkstattraum, damit die Anlage nicht vom Airbrush-Nebel verschmutzt wurde
Das neue Segment wurde in die Anlage eingebaut. Vor den ersten Probefahrten mussten die Stellstangen für die Weichenantriebe durch die Vorderkante der Anlage verlängert werden. Außerdem wurde das neue Segment an die Stromversorgung angeschlossen. Die Lücken zwischen Alt und Neu wurden durch kurze Gleisstücke geschlossen. Hier war noch Nacharbeit mit dem Airbrush nötig. Die freien Durchblicke zwischen den Trassenbrettern mussten auch noch mit Korkplatten gefüllt werden.
Ein paar Stücke Flexgleis waren für die Testfahrten über die Weichenstraße nötig. Sie wurden nur vorläufig verlegt. Der Bau der Gleisharfe erfolgte später, nachdem auch die Ausfahrt des Bahnhofs fertig gestellt war.
 Ausfahrt des Übergabebahnhofs
Die zweite Weichenstraße des Übergabebahnhofs entstand wieder in der Werkstatt, da sie kompakter war und auf den Arbeitstisch passte. Dort waren alle wichtigen Werkzeuge griffbereit, auch wenn es manchmal unübersichtlich aussah. Das Segment wurde komplett einschließlich Weichenantriebe und elektrische Verkabelung vorbereitet. Dann erfolgte der Einbau in die Anlage, wo bereits Befestigungspunkte für die Verschraubung und elektrische Steckverbinder vorbereitet waren.
 Abstellgleise und Anschlußgleise für das Stahlwerk
Nach dem Einbau aller Weichen konnten die Gleisbögen zwischen den beiden Weichenstraßen verlegt werden. Die Papierschablonen halfen dabei, die Übergangsbögen sauber hinzubekommen. Die Bowdenzüge für die Weichen wurden dann am Anlagenrand befestigt. Dort waren die Stellstangen bereits eingebaut und mussten nur noch mit den Bowdenzügen verbunden werden.
Anschließend konnten auch die zahlreichen Anschlußgleise verlegt werden, die in die Gebäude hineinführen. Später können hier die Güterwagen abgestellt und wieder abgeholt werden. Sämtliche Gleise wurden mit der Spritzpistole eingefärbt. Die Schwellen erhielten einem matten Braunton, die Gleisprofile hingegen Rostrot. Damit war alles für das Schottern vorbereitet.
 Ausgestaltung Gleisfeld
Die Gleise des Übergabebahnhofes lagen meterweise nackt festgeschraubt auf der Platte. Einschottern machte da nicht viel Spaß, aber es mußte trotzdem erledigt werden. Gleis für Gleis ging es voran, der helle Kalkstein-Schotter wurde mit Rasierer-Reinigungsbürste und Pinsel zwischen den Schwellen verteilt und mit verdünntem Ponal verleimt.
Die Lücken zwischen den Gleisen wurden mit dunkelgrauem Sand gefüllt. Damit sollte der Rangierer-Weg nachgebildet werden, der beim Vorbild aus Schlacke besteht. Zur Sicherheit des Personals wird darauf geachtet, daß der Rangiererweg frei von Unrat und Gebüschen bleibt. Daher sind die Wege nur hier und da von einigen Moosflecken durchsetzt. Für den späteren Einbau der Leuchten wurden kleine Plastikstücke in den Sand eingesetzt und dort die Montagelöcher gebohrt. Die festen Plastikstücke sollen den Steckmasten einen besseren Halt geben.
Um die Hallen herum wurden Betonflächen mit Polystyrol nachgebildet. Auch in den Hallen wurde eine durchgehende Bodenfläche eingebaut, die Gleise verlaufen dort im Planum. Die Entstehung der Betonfläche ist in diesem Bericht (Link) ausführlich beschrieben. Damit waren die Gleisanlagen für das Stahlwerk erstmal fertig gestellt und einsatzbereit.
 Panoramablick
 Nochmal: Gleisfeld
Obwohl ich Bilder mit sehr ähnlichen Originalsituationen vorliegen hatte, war ich nicht so recht zufrieden. Insgesamt wirkte der Gleisbereich zu dunkel und zu kontrastreich. Die Szenerie war viel zu ordentlich, mir fehlte die staubige und trockene Atmosphäre, die mir von meinen sommerlichen Fototouren entlang der Werkszäune in Duisburg bekannt war. Von der Intermodellbau hatte ich mir daher ein Sortiment Bodensatz von minitec und Jehova geholt, da ich das Industriegelände überarbeiten wollte.
Daheim stellte ich zunächst fest, daß sich im Jehova-Beutel "Kalkstein Puder" so ziemlich das gleiche Material wie in der minitec-Dose "Schaufelsplitt Grauwacke" befand. Und zwischen minitecs "Parabraunerde" und meinem gesiebten Dreck aus dem Garten vermochte ich auch keinen Unterschied zu erkennen. Wieder was gelernt.
Nach ersten Versuchen rieb ich das Staubmaterial in die vorhandene Sandfläche ein. Leider war der Kalkstein-Puder zu "kalt" und passte nicht so recht zum etwas gelblicheren Kalkstein-Schotter. Ich erinnerte mich an die sehr feine Asche vom Grill, die ich zur Alterung der Schlackewagen verwendet hatte und von der noch ein Rest übrig war. Diese puderartige Asche wurde dann zusammen mit dem gesiebten Gartendreck großzügig zwischen die Gleise gestreut und mit einer Rasierer-Reinigungsbürste eingearbeitet und verteilt.
Die Gleise wurden dann einigermaßen gereinigt und die Zwischenräume mit 50% Isopropanol angefeuchtet. Das löste den im Sanduntergrund enthaltenen Ponal etwas an, trocknete aber sehr schnell wieder. Asche und Erde dunkelten dabei kaum nach und hafteten gut am Sand. An einigen Stellen kam die schwarze Farbe des Untergrundes wieder durch, nachdem ich lose Reste abgesaugt hatte.
Um den Zustand zu konservieren, sprühte ich flächig verdünnten, matten Klarlack auf. Und weil ich gerade dabei war, bekamen die Gleisprofile einen etwas dunkleren Anstrich, der nun mehr Richtung Eisengrau geht. Das war eine ziemliche Sauerei mit Dreck, Staub und Airbrush an der Anlage. Aber sie hat sich gelohnt: Das Gesamtbild ist jetzt Ton in Ton, weniger Kontraste und wirkt so staubig wie eine Industrieanlage bei trockenem Sommerwetter.
 Noch mehr Abstellplatz
Im Bereich des Stahlwerks sind große Löcher in der Landschaft mit Styropor und einer abschließenden Gipsschicht gestopft worden. Ursprünglich war eine Schrebergarten-Kolonie für die Fläche am Anlagenrand geplant, nun sollte es eine zugewachsene Brache mit Schrottresten werden. Für die Stützmauer zum Gleisbereich wurden Gießformen von Langmesser verwendet. Alte, zerfallene Fundamente eines abgerissenen Gebäudes sollten für Abwechslung sorgen, aber die letzten Fragen zur Ausgestaltung waren noch nicht gelöst.
Bei einem Betriebstag mit Freunden stellte sich heraus, daß zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Steuerwagen oder Zwischenwagen nützlich wären. Leider waren die Möglichkeiten begrenzt, nur an der westlichen Ausfahrt des Werkbahnhofes war etwas Platz. Denkbar wäre hier eine ehemalige Gleisverbindung über den Kanal zum Hochofen, aus der nach Kriegszerstörung der Kanalbrücke ein kurzes Abstellgleis geworden ist.
Ich habe mich aber mit diesem Vorschlag schwer getan, da fertig verlegtes Gleis abgerissen werden müßte und für den Weichenantrieb wenig Platz vorhanden ist. Andererseits wäre der Nutzen groß und gerade an dieser Stelle fehlte mir eine gute Idee für die Anlagengestaltung. Da käme eine Gleistrasse sehr gelegen. Also habe ich kurzentschlossen die Styropor-Teile wieder entfernt und entlang der Hochbahn eine Trasse für das Abstellgleis eingebaut.
Etwas aufwendiger war der Einbau der neuen Weichenverbinung. Mit warmen Wasser liess sich das Schotterbett anlösen und eine Lücke im Gleisverlauf schaffen. Eine Wellerweiche mit extra langen Profilen wurde eingepasst. Glücklicherweise waren aus dem Rückbau des Abzweig MECHTHILDE Servo-Antriebe übrig geblieben, von denen einer unter die neue Weiche geschraubt wurde. Der sonst im Werkbahn-Bereich übliche Handantrieb per Bowdenzug hätte hier keinen Platz mehr gefunden.
Angesteuert wird das Servo über die Analogeingänge der Steuerplatine, der dazugehörige Schalter wurde per Weichenknopf an der Anlagenfront betätigt und passte in das Bedienkonzept. Nach Funktionstests und Probefahrten wurden Weiche und neues Abstellgleis eingeschottert. Der Farbton von Schotter und Gleiszwischenraum weicht vom vorhandenen Bereich etwas ab, hier ist noch etwas Nacharbeit nötig, ansonsten wird es als Reparatur deklariert.
End of train
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