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 Gleisanlagen für den Hochofen
Die Gleisanlagen für den Hochofenbereich bilden eine große Gleisharfe. Am vorderen Anlagenrand führt die Weichenstraße zu den beiden Gleisen der Schlacke-Aufbereitung. Weiter zu Anlagenmitte folgen ein Abstellgleis sowie das erste von drei Gleise der Abstichhalle. Dieses Gleis ist für Schlackenwagen gedacht. Dahinter befinden sich die beiden Gleise, auf denen Roheisenwagen unter die Abstichöffnung gefahren werden. Diese beiden Gleise haben eine zusätzliche Weichenverbindung, um Wagen kurzfristig abzustellen - "Schadwagen" - oder um die Rangierlok umzusetzen.
Im hinteren Anlagenbereich folgen zwei weitere Abstellgleise, die stumpf vor dem Hochofen enden werden. Unmittelbar vor dem Hochofen verläuft dann die Gleisverbindung zum geplanten Fiddle Yard. Links neben der Weichenstraße ist ein weiteres Umfahrgleis vorhanden. Im Hintergrund befinden sich dann die Gleisanlagen des Hochbunkers.
 Erste Stellproben
Der Hochofenbereich wird mit ein paar provisorischen Gleisen versorgt. Damit bekomme ich einen allerersten Eindruck, wie der Plan im Maßstab 1:1 wirkt. Und natürlich macht es Spaß, die neue Fläche mit Rangierabteilungen zu befahren, auch wenn es wie eine Teppichbahn aussieht.
 Unterbau und Frontverkleidung
Die Gleisanlagen werden oberhalb der Gleiswendel verlaufen. Die Trassen für den Hochbunker sind bereits am hinteren Anlagenrand montiert, aber die eigentliche Anlagenfläche im Vordergrund ist noch nicht vorhanden. Ein paar Vierkanthölzer bilden ein Provisorium, auf dem alte Regalbretter zu Testzwecken aufgelegt werden.
Im weiteren Arbeitsverlauf wird der Rahmen so ergänzt, daß am Anlagenabschluß eine stabile Auflage für den Spiegel entsteht. Dazu werden weitere Vierkanthölzer und Stützbeine eingepasst und mit dem vorhandenen Unterbau verschraubt. Anschließend wird der Verlauf der Anlagenfront festgelegt und aus Tischlerplatte passende Trassenbretter zugeschnitten.
In der Mitte der Fläche habe ich eine Wartungsöffnung vorgesehen. Dazu wird einfach ein Teil der Grundplatte ausgesägt und separat auf die darunter liegenden Vierkanthölzer aufgeschraubt. Durch diese Öffnung kann ich dann einfach an die hinteren Anlagenteile gelangen. Leider entsteht dabei ein kleine Fuge um die Abdeckung herum, die später eine Herausforderung für den sauberen Gleisverlauf sein wird.
Auf der fertigen Grundfläche kann eine erneute Stellprobe mit einem Gleisplan im Maßstab 1:1 und ein paar Fragmenten als Gebäude-Dummies erfolgen. Ganz hinten die Vorbereitung für den Hochbunker. Halb rechts dann Teile des Walthers Hochofen, vorn links ein Schotterwerk von Walthers, hier wird es als Schlackeaufbereitung eingesetzt. Im Vordergrund soll ein Schlackenbeet entstehen: Die Schlackewagen werden auf den Gleisbogen rangiert, kippen dann die flüssige Schlacke nach "innen" ab. Dort wird die Schlacke nach Abkühlung durch den Bagger auf einen großen Muldenkipper verladen, der sie dann zur Verarbeitung bringt.
Die Lücken der Frontverkleidung werden auch geschlossen. Vor der Gleiswendel habe ich eine große Öffnung frei gelassen. Dieses "Fenster" will ich mit Plexiglas schließen, damit man die Züge bei der Fahrt durch die Wendel beobachten kann. Die Hartfaserplatten werden an den Ansatzstellen verspachtelt und komplett in einem einheitlichen Farbton gestrichen. Die Wirkung ist schon beträchtlich, der Anlagenraum wirkt insgesamt aufgeräumter und "wohnlicher".
 Vorbereitungen für den Hochbunker
Da ich später nicht mehr so gut an den Hintergrund herankomme, nutze ich die Gelegenheit, die Gleislage der Hochbunker-Trasse zu prüfen. Der eigentliche Bunker ist noch nicht fertig, für die Tests habe ich deshalb Stücke von alten Kartons zu einem Pappkameraden zusammengeklebt.
 Gleisplan in der Realität
Zwischenzeitlich haben sich Änderungen am Plan ergeben. Das Schlackenbeet im Vordergrund entfällt und es werden mehrere Umfahrmöglichkeiten ergänzt. So entsteht der bereits weiter oben vorgestellte endgültige Gleisplan. Er wird wieder 1:1 ausgedruckt und aus einzelnen DIN A4-Blätter zusammengeklebt.
Nun bieten sich ausführliche Stellproben mit Fahrzeugen und Gebäuden an und ich kann Rangierbewegungen simulieren. Die Gleise wirken optisch kürzer als gedacht, aber die nötigen Wagenlängen lassen sich auf den Gleisen abstellen, also bleibt es bei dem Plan.
 Grundlagenarbeit - ein neues Trassenbrett
Bei den Planspielen habe ich festgestellt, daß der Untergrund für den neuen Anlagenabschnitt zu uneben ist. Das liegt an den gestückelten Trassenbrettern. Weil ich die Weichenstraße und die Verkabelung nicht im eingebauten Zustand bauen möchte, muß sowieso eine zusammenhängende Grundplatte her. Auf eine Wartungsöffnung werde ich verzichten, dafür wird der seitlich Spiegel abnehmbar eingebaut.
Spanten aus 16mm Tischerplatte werden unter die neue Gundplatte geschraubt und stabilisieren sie. Dabei müssen Lücken für den bereits vorhandenen Unterbau eingeplant werden, damit das neue Bauteil hineinpasst. Außerdem muß ich darauf achten, daß die Weichenbetätigungen und -Antriebe Platz finden.
Wenn später einmal die Gleise geschottert und die Zwischenräume mit Sand gefüllt werden, dann wird die Grundplatte durch das Ponal-Wasser-Gemisch viel Feuchtigkeit ausgesetzt. Damit das Holz dann nicht aufquillt, erhält es jetzt eine Schutzlackierung.
 Gleis- und Weichenbau
Bei Weichenmaterial verwende ich Gleisroste von Weller sowie Tillig-Schienenprofile. Mehr zu diesen Bausätzen ist im Beitrag "Wellerweichen" (Link zu Beitrag) nachzulesen. Die mittleren drei Weichen der Weichenstraße entstehen am Stück, auch die beiden Weichen der Gleisverbindung vor der Gießhalle werden mit durchgehenden Profilen gebaut. Damit spare ich mir Schienenstöße und erhalte einen ruhigeren Lauf der Fahrzeuge.
Die Montage aller Weichen geschieht abseits der Anlage, das Trassenbrett wird dazu auf zwei Holzböcke gelegt und ist von allen Seiten bequem erreichbar. Als Flexgleise verwende ich diesmal Tillig Elite anstelle von Rocoline, da dann die Profile von Weichen und Gleisabschnitte gut zusammenpassen.
Bei einigen Weichen lässt sich die mechanische Hand-Bedienung nicht unterbringen, besonders bei Weichen nah am Anlagenrand. Dort verwende ich Tortoise-Antriebe von Circuitron. Sie sind robust genug für die Federzungen und benötigen wenig Grundfläche. Die Betätigung erfolgt über eine umgepolte Gleichspannung, der entsprechende Kippschalter sitzt hinter der Anlagenfront und wird durch einen Stellknopf betätigt.
 Einbau des Anlagenteils
Die vorbereitete und verkabelte Weichenstraße wird probeweise eingebaut. Für den späteren Aufbau der Stellmechanik werden die geeigneten Punkte an der Anlagenfront markiert, dann wird die Grundplatte mit der Weichenstraße wieder abgenommen.
Beim Probeeinbau zeigt sich, daß das elektrische Verteiler-Panel, auf dem auch Weichendekoder und Belegmelder montiert sind, ziemlich im Wege ist und die damit verbundenen Kabelstränge lästige Hindernisse darstellen. Also wird das Panel um eine Unterbau-Rastereinheit verschoben. Dazu müssen alle Kabel neu verlegt werden. Eine sehr mühselige Arbeit, aber danach sieht es unter der Platte deutlich aufgeräumter aus.
Die Bedienteile an der Anlagenfront entstehen wieder aus Aluröhrchen, Geräteknöpfen und Unterlegscheiben. Sie passen damit zu den entsprechenden Elementen der benachbarten Anlagenteile. Auf Bowdenzüge konnte ich diesmal weitgehend verzichten, fast alle Weichen werden über einen einfachen Stelldraht aus 1mm Federstahl mit den Bedienknöpfen verbunden.
Anschließend werden die elektrischen Leitungen der Weichenstraße mit der Anlagenelektrik verbunden. Die einzelnen Abstellgleise können jetzt auf ihre endgültige Länge ergänzt werden. Und natürlich wird die Gleisverbindung zu restlichen Anlage hergestellt. Erste Probefahrten sind erfolgreich, lediglich an der Dreiwegweiche zu Beginn der Weichenstraße muß nachgebessert werden. Im Laufe der Zeit wird sicher noch ein Feinschliff [sic!] der Herzstücke und Radlenker folgen. Außerdem fehlen noch die Entkupplungsmagnete für die weiter hinten liegenden Gleise.
 Die fertigen Gleisanlagen
Mit diesem Anlagenteil ist der Gleisbau auf meiner Anlage komplett abgeschlossen. Möglicherweise wird einmal ein Fiddle Yard ergänzt oder vorhandene Gleise modernisiert. Aber der Gleisplan ist jetzt vollständig umgesetzt, knapp 13 Jahre nach Baubeginn. Einerseits bin ich erstaunt, daß sich der Bau deutlich länger als erwartet hingezogen hat. Andererseits hat sich die ursprüngliche Planung als sehr belastbar erwiesen, es sind nur kleinere Änderungen beim Bau entstanden.
Die neuen Gleise haben ihre Feuerprobe bereits bei einem intensiven Betriebstag bestanden. Endlich haben die zahlreichen Pfannenwagen ihre Stellplätze gefunden. Hier und da sind kleine Probleme aufgetaucht, die sich mit etwas Justier-Arbeit abgestellt werden konnten.
Zugschluß
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