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 DCC-Steuerung mit PC
Für die (gelegentliche) Anlagensteuerung wird ein über 10 Jahre altes Siemens-Fujitsu Notebook eingesetzt. Es ist mit einem 2.4 MHz PentiumIV und 512 MB RAM ausgerüstet und läuft unter WinXP. Natürlich ist es nicht so schnell und komfortabel wie ein aktuelles Gerät, aber es hat noch genug Leistung für die Steuerungsprogramme. Die Anbindung der Lenz-Zentrale erfolgt über ein LI100F-Interface und Serial-USB-Adapter.
 
Der Anlagenraum hat einen LAN-Anschluß mit Cat.6-Verkabelung. Daher dient das Notebook auch für den Internet-Zugriff und als Streaming-Client für die musikalische Untermalung der Basteltätigkeiten.
 Loksteuerung per WLAN und Smartphone-App
Die Roco Multimaus ist ein komfortabler Handregler, doch hin und wieder stören die Verbindungskabel zur Anlage, besonders wenn drei Lokführer gleichzeitig beschäftigt sind. Daher habe ich nach Funkhandreglern Ausschau gehalten. Leider sind die vorhandenen Lösungen teuer oder passen nicht zum Lenz-System. Die Verwendung von Smartphone und App habe ich zunächst nicht in Betracht gezogen, weil mir die Rückkopplung der Bedienelemente fehlte. Da es aber kostenlose Lösungen gibt und in unserem Haushalt mobile Endgeräte vorhanden sind, habe ich einen Versuch unternommen. Wichtig dabei: Die Steuerung per App funktioniert zusammen mit den vorhandenen Multimäusen, beide Systeme können gleichzeitig verwendet werden.
Auf dem Notebook wird das Software-Paket "JMRI" (Link zu Webseite: http://jmri.sourceforge.net) verwendet. Es besteht aus mehreren Komponenten und man benötigt etwas Zeit und ein wenig Software-Verständnis, um die Anwendungen ans Laufen zu bekommen. Die Parameter für das Digitalsystem und das LI100F-Interface werden eingetragen, dann kann JMRI Kontakt zur Lenz-Zentrale aufnehmen. Anschließend wird unter JMRI der "Empfänger" für die App gestartet und das System ist einsatzbereit. Die Verbindung zwischen JMRI und App erfolgt per WLAN. Dazu habe ich einen kleinen WLAN-Router direkt an das Notebook angeschlossen. Gäste können sich dann einfach einloggen und benötigen keine Zugangsdaten für mein Haus-WLAN.
Nach meiner Einschätzung richtet sich JMRI an Menschen, die bereit sind, sich mit der Technik zu befassen. Es ist kein einfaches Plug&Play-Paket, Computer-Laien dürften damit überfordert sein. Man braucht aber auch keine Programmierkenntnisse. Jeder, der schon einmal einen DCC-Dekoder etwas intensiver konfiguriert oder eine neue Grafikkarte in seinen PC eingebaut hat, sollte auch eine JMRI-Installation schaffen. Die verfügbare Dokumentation ist meist englisch. Damit die Anwendung läuft, müssen einige Systemeinstellungen korrekt vorgenommen werden, angefangen von den Kommunikationsdaten des DCC-Systems bis zu den IP-Adressen auf der WLAN-Seite.
 
JMRI bietet die Möglichkeit, alle Lokomotiven in einer Fuhrpark-Datenbank zu erfassen. Neben der Digitaladresse können auch Lokbilder abgelegt werden. Außerdem können pro Lok auch Bezeichnungen für die einzelnen Funktionstasten angegeben werden. Ich verwende "Zg1/2" für die Lokbeleuchtung bzw. "Zg1" und "Zg2" für getrennt schaltbare Stirn- und Schlußbeleuchtung. Mit "R-Gang" bezeichne ich die Rangiergang-Funktion, sofern vorhanden. JMRI bietet noch eine Menge weitere Funktionen für die Konfiguration und Verwaltung der Lokdekoder, die ich aber nicht einsetze.
Für Android-Geräte gibt es die App "Engine Driver", für iOS-Geräte die App "WiThrottle lite". Beide Apps sind kostenlos. Mir gefällt besonders, daß sie die Lokliste aus JMRI anzeigen und so die Lokauswahl ermöglichen, ohne daß man die DCC-Adresse der Fahrzeuge kennen muß. Auch die individuelle Belegung der Funktionstasten wird übernommen. Beides sind große Vorteile, wenn man gelegentliche Besucher hat. In der Bedienung unterscheiden sich beide Apps kaum, der größte Unterschied ist die Ausrichtung des Fahrregler - horizontal bzw. vertikal.
Zu meiner Überraschung habe ich mich schnell an die Bedienung per Touchscreen gewöhnt. Nur hin und wieder brauche ich einen kurzen Blick, um mit dem Finger die richtige Stelle zu finden. Besonders bei Streckenfahrten lassen sich die Züge per App gut steuern. Beim Rangierbetrieb mit häufigem Richtungswechsel bevorzuge ich weiter die Multimaus und den einfacheren Einhandbetrieb. Da trifft es sich gut, daß beide Systeme gleichzeitig in Betrieb sind.
 Fahrplanbetrieb mit Win-Digipet Pro X.3
Für die Anlagensteuerung habe ich zunächst "Win-Digipet 8.0 Standard Edition" eingesetzt, eine Testversion mit eingeschränkten Funktionsumfang. Mittlerweile ist die Version "Pro X.3" installiert, weitere Updates sind aber für das alte Windows-XP-Notebook nicht geplant. Als Grundfunktion wird ein Gleisbild-Stellpult angeboten, mit dem auch der Status der Gleise mit Besetztmeldung angezeigt werden kann. Das ist besonders für die Überwachung des Schattenbahnhofs hilfreich.
Zwischenzeitlich habe ich einen einfachen Fahrplanbetrieb eingerichtet. Der Mechanismus ist sehr primitiv, nach einer festen Befehlsfolge werden Züge aus dem Schattenbahnhof zur DB-Station gefahren. Dort erfolgen Halt, Zugkreuzungen und Weiterfahrt. Die Software sorgt für langsames Bremsen und sanfte Anfahrt und stellt alle Weichen sowie Signale. Unterwegs können auch Sonderfunktionen ausgelöst werden. So pfeift die 232 "Ludmilla" beim Passieren der Abzweigung Mechthilde, beim Halt im Bahnhof wird (hörbar) die Maschine abgestellt und bei der Weiterfahrt wieder angelassen. Auf Veränderungen der Zugpositionen vor oder während des Automatikbetriebs reagiert die Steuerung allerdings allergisch.
Win-Digipet bietet neben dem einfachen Fahrplan weitere Automatik-Verfahren, bei denen das System Zugfahrten selbstständig organisiert und dabei auch auf externe Veränderungen reagieren kann. Damit habe ich mich noch nicht befasst. Eine nützliche Funktion, die ich einsetze, ist der "Stellwerk-Wächter": Das sind einfache Regeln, mit dem die Software Bahnübergänge bedient oder Signale nach der Vorbeifahrt automatisch auf Hp0 stellt.
 
Zu meinem Bedauern habe ich festgestellt, daß sich JMRI und Win-Digipet beim Zugriff auf das Lenz Interface behindern, nur die zuerst gestartete Software kann die Verbindung herstellen. Da der Wunsch nach einer komplexen Automatik-Steuerung in den Hintergrund gerückt ist, werde ich ausprobieren, ob JMRI als kleiner Helfer für ein Gleisbild und einfache Automatiken wie Pendelzug und Stellwerk-Wächter geeignet ist. Win-Digipet würde dann z-gestellt werden.
Zugschluß
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