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 Weller Doppelweiche im Bau
Update 10.12.2016: Die Website von Günter Weller ist nicht mehr erreichbar, genaue Informationen über Grund und Ursache habe ich leider nicht. In Modellbahn-Foren wird die Meinung vertreten, Herr Weller habe seine Nebentätigkeit aus gesundheitlichen Gründen eingestellt.
Für den Übergangsbahnhof wurde eine Doppelweiche - oft als Dreiwegweiche bezeichnet - bennötigt. Bei Tillig gab es nichts passendes und eine vorhandene Rocoline-Weiche hat mir auch nicht zugesagt. Zum Glück war eine geeigneter Bausatz von Günter Weller (http://www.g-weller.de) in Vorbereitung, den ich dann direkt ausprobieren konnte.
 
Der Lieferumfang besteht aus einem gegossenen Schwellenrost aus Polyurethan und einer Bauzeichnung. Profile einschließlich Herzstücke und Zungen muß man selbst anfertigen. Auf Anfrage liefert Günter Weller auch fertig montierte Weichen. Ich hatte noch ein paar Tillig Weichenbausätze übrig und habe die darin enthaltenen Teile verwendet und viel Schleifarbeit sparen können.
Der Schwellenrost wird zuerst sorgfältig mit Scheuermittel gereinigt und vom Trennmittel befreit. Die danach noch vorhandenen "Schwimmhäute" lassen sich einfach entfernen. Die Gleisprofile werden nach Bauzeichung zugeschnitten und vorgebogen. Die Unterseiten der Profile werden entfettet. Dann können die Teile mit Sekundenkleber auf den Schwellenrost geklebt werden.
 
Wenn man Tillig-Profile verwendet, dann ist die Passform ausgezeichnet, die Profile passen ohne Spiel zwischen die Kleineisen. Die Herzstücke verlöte ich zunächst auf der Bauzeichung und baue sie dann als komplettes Bauteil ein.
 Zungen und Stellschwelle
Die Zungen übernehme ich ebenfalls aus den vorhandenen Tillig Bausätzen. Sie werden passend abgelängt und dann einfach an die richtige Stelle geklebt. Eine der Zunge ist sehr kurz und hat nur eine kleine Klebefläche. Günter Weller empfiehlt hier die Verwendung von Zungengelenken. Ich habe statt dessen kurze Drahtstücke an das Profil angelötet, entsprechende Löcher in den Schwellenrost gebohrt und das Gleisstück dann mit 2K-Klebstoff befestigt.
Die Stellschwellen werden aus einer alten Chipkarte angefertigt. Das Material hat die benötigte Zähigkeit und ist sehr glatt, normales Polystyrol ist zu spröde und würde rasch brechen. Kurze Drahtwinkel werden an der Zungenspitze eingelötet. Dazu habe ich Reste von der Sommerfeldt-Oberleitung verwendet, es ist harter Stahldraht mit einer Kupferschicht und lässt sich gut löten.
 Elektrische Anschlüsse
Die Bauanleitung empfiehlt, die Herzstücke elektrisch zu trennen und auf die übliche Weise zu polarisieren. Bei den normalen Tillig-Weichen schalte ich die Flügelschienen samt Federzungen getrennt voneinander. Genauso habe ich bei der Doppelweiche versucht, die Anzahl der Trennstellen zu reduzieren und die Flügelschienen auch lageabhängig zu beschalten. Es gibt vier Gleisbereiche, die polarisiert sind - Farbkennung siehe Zeichnung:
  • Die linke, vordere Flügelschiene (orange) wird über den vorderen Antrieb geschaltet.
  • Beide rechten Flügelschienen (gelb) werden über den vorderen Antrieb geschaltet.
  • Das vordere, etwas kompliziertere Herzstück (grün) wird über den vorderen Antrieb geschaltet.
  • Das hintere Herzstück (hellblau) wird über den hinteren Antrieb geschaltet.
  • Alle anderen Gleisteile sind fest verdrahtet.
Alle Gleisstücke werden entweder mit Anschlußdrähten oder mit Drahtbrücken versehen. Dabei muß zügig gelötet werden, da sonst der Sekundenkleber kocht und seine Kraft verliert. Die Gleistrasse wird mit passenden Löchern vorbereitet, die Weiche kann dann einfach eingebaut und angeschlossen werden.
 Fertige Weiche
Die fertige Weiche macht einen sehr stabilen und akkuraten Eindruck. Der Schwellenrost paßt ausgezeichnet und berücksichtigt auch die Lage der Radlenker. Durch das Gußverfahren liegt die Weiche flach auf, nichts ist krumm oder verzogen.
Die Herzstück-Abmessungen habe ich für NEM-Radsätze vorgesehen. Bei Tests laufen auch RP25-Radsätze weitgehend problemlos durch die Weiche. Nur der Innenabstand der Räder ist kritisch. Hier werde ich entweder auch die RP25-Räder auf das NEM-Maß einstellen oder noch etwas an den Herzstücken feilen müssen. Dann sollte dem Mischbetrieb nichts mehr im Wege stehen.
 Komplette Weller-Weichenstraßen
Die Weichenstraße für den Hochofen entsteht komplett aus Schwellenrosten von Weller und Schienenprofilen von Tillig. Mit Reserveteilen kommt so über ein Dutzend Weichen zusammen. Deshalb kommen Bohrmaschine, Tellerschleifer und Kreissäge zum Einsatz. Gerade die Anfertigung der Herzstücke und der Weichenzungen bedeutet viel Schleifarbeit. Der größte Teil läßt sich mit dem Tellerschleifer gut erledigen. Für die restlichen Arbeiten verwende ich eine Proxxon Handbohrmaschine mit Fräskopf, die ich in einen Halter einspanne.
Die ersten Weichen fallen noch nicht optimal aus, aber dann läuft die Kleinserienfertigung gut an. Die Profile werden mit UHU Plus Schnellfest 2K-Kleber aufgeklebt. Vorher bohre ich kleine Sacklöcher in die Schwellenroste, damit sich der Kleber gut festsetzen kann. Die Mitnehmer an den Zungen entstehen aus verkupfertem Stahldraht von Sommerfeldt, die Stellschwellen liefert wiederum Weller als Rohlinge.
Die Weichenstraße wird auf der abnehmbaren Grundplatte montiert. Damit ich leichter an die Baustellen herankomme, kommt die Grundplatte auf zwei Holzböcke in die Mitte des Kellerraums. Statt Rocoline verwendet ich diesmal Flexgleise von Tillig. Damit spare ich mir die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Schienenprofilen. Während ich bei den Tilligweichen im Werksbahnhof dreipolige Umschalter verwendet hatte, setze ich bei den Weller-Weichen klassische Trennstellen und einpolige Umschalter für die Herzstücke ein. Die Trennstellen werden mit einem dünnen Laubsägeblatt geschnitten, eine doppelte Lage 120g-Papier passt genau in die Lücke und wird mit Sekundenkleber versiegelt.
Zugschluß
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