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 Radtour auf der Erzbahn Bochum - Gelsenkirchen
 
Eine kleine Tour durch das Ruhrgebiet auf der ehemaligen Erzbahn-Trasse, die zu einem sehr schönen Radweg ausgebaut wurde. Der Weg beginnt in Bochum an der Jahrhunderthalle, ein paar abgeschnittene Rohrleitungen zeugen von der produktiven Vergangenheit. Der Radweg verläuft auf einer "Designerbrücke", von der aus man interessante Einblicke in die industriellen Reste hat. Aber gemach, in der Halle im Hintergrund wird noch gearbeitet, die Wucht des Schmiedehammers erschüttert den Boden ringsum. Dort steht die 2.000-Tonnen-Presse des Bochumer Vereins. Es geht dann weiter an ein paar überdachten Ruheplätzen vorbei, die an einen ICE-Bahnhof erinnern.
 
Apropos erinnern: An vielen Stellen sind noch Reste der alten Industriebahn zu finden, wie dieses Stellwerk mitten im Grün. Der Radweg führt zunächst an einem alten (Auszieh?)Gleis vorbei, dann kommt schon der erste Höhepunkt, die außergewöhnliche Brücke namens "Erzbahnschwinge", die über die Gahlensche Straße sowie über einen Werkbahnanschluß führt. Das ist eine wirklich bemerkenswerte Konstruktion, es kann einem fast ein wenig mulmig werden. Schon vorher hörte ich typische Eisenbahngeräusche, aber als ich dann zum Schuß kam, war der Zug schon abgefahren. Das habe ich unterwegs dann häufiger erlebt. Im Bild-Hintergrund übrigens das bekannte Fördergerüst vom Bergbaumuseum Bochum.
 
Der Weg führt dann zwischen Werksgeländen vorbei, Birken sorgen für angenehmen Schatten. Am Wegesrand dann das nächste Fördergerüst, dies gehört(e) zur Zeche Carolinenglück, ist aber leider für Besucher nicht zugänglich. Der Radweg führt dann auf hoher Trasse durch ein "Waldgebiet" namens Dahlhauser Heide. Rechts und links geht es steil den Hang hinab und ich bin froh über die schattenspendenden Bäume. Insgesamt ein gutes Dutzend Brücken sind über die rund 10km lange Strecke verteilt, hier eine alte Eisenbahnbrücke. Von dem wunderbaren Ausguck kann man viele kleine Idyllen entdecken.
 
Der nächste Hammer ist die Pfeilerbahn, ein etwa 300m langer Stahlviadukt über zwei Güterstrecken und einer Grünfläche. Herr Markus Schweiß hat die Bauarbeiten an der Pfeilerbahn 2004 fotografiert und freundlicherweise ein Bild zur Verfügung gestellt. Nun erreicht der Radweg die Stadtgrenze zu Herne Etwas weiter dann dieser schöne Ausblick auf die Siedlungshäuser von Auhagen und das "Trix-Fördergerüst" der Zeche Pluto. Die Ähnlichkeit mit dem Trix-Modell ist kein Zufall, sowohl Pluto als auch Zollverein wurden vom Industrie-Architekten Fritz Schupp entworfen.
 
Ansonsten viel Industrie recht und links der Strecke. Hier in der Nähe vom Hafen Gremberg auf den letzten Metern der Strecke. Dann über einen klassischen Bewässerungskanal, der mir als Vorbildfoto für den eigenen Anlagenbau wie gerufen kam, einschließlich der Warnschilder dazu. Dann geht es noch am ZOOM-Erlebnispark vorbei, so eine Art "Event-Zoo" (früher: Ruhr-Zoo) und schließlich führt die gerade eröffnete Grimbergbrücke über den Rhein-Herne-Kanal. Mit Rücksicht auf den jüngsten Teilnehmer der Exkursion traten wir an dieser Stelle den Rückweg an.
 
Für diejenigen, die Lust bekommen haben: Die Strecke ist rund 10km lang, mit leichtem Gefälle auf dem letzten Stück Richtung Hafen. Es gibt unterwegs Abzweigungen nach Zollverein, aber auch an GE-Bismarck vorbei. Es gab nur eine Straßenüberquerung, der Weg ist damit gut für kleiner Radfahrer geeignet. Unser 6-jähriger Sohn hat die Strecke hin und zurück mit zwei Pausen geschafft. Die Umgebung ist interessant und abwechslungsreich, also nicht nur für Bahnfans.
 
Bei der Anreise mit dem Auto gibt es neben dem Jahrhunderthaus (DGB) einen kostenlosen Parkplatz, allerdings hätte mir die dumme Höhenbeschränkung der Einfahrt fast die Räder vom Dach rasiert. Parkdauer 4 Stunden - das reicht locker für hin und zurück inklusive Fotostops. Verpflegung sollte man mitnehmen, mir sind keine gastronomischen Angebote am Weg aufgefallen.
 
Zugschluß
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