Kategorien
 
 Foto-Technik
Diese Website lebt von den zahlreichen Vorbild- oder Modellaufnahmen sowie Abbildungen von Basteltechniken. Die Fotografie ist seit Anfang der 80er Jahre mein zweites großes Hobby und ich bin begeistert, welche Möglichkeiten die Digitaltechnik im Vergleich zur klassischen Arbeit in der Dunkelkammer bietet. In diesem Beitrag stelle ich die verwendete Ausrüstung vor. Für weitere Tips und Informationen möchte ich auf die zahlreichen erstklassigen Websites und Video-Beiträge im Web verweisen.
 
Die älteren Fotos auf diese Website sind mit einer Canon A1 entstanden, mit der ich seit 1982 fotografiere. Dazu gehören zum Beispiel die Bilder vom Besuch des HKM-Stahlwerks (Link zum Beitrag) oder die Bilder vom Oberleitungsbau (Link zum Beitrag). Die Fotos liegen als Abzüge um Format 9x13 vor und wurden mit einem HP Flachbett-Scanner digitalisiert. Da die Auflösung der JPEGs gering ist, haben sie zur Größenanpassung einen grauen Rahmen erhalten.
 
Anfang 2000 hatte ich Gelegenheit, die ersten Digitalfotos mit einer geliehenen Fuji FinePix 4700 zu machen, aber erst 2003 bin ich dann endgültig von analog auf digital mit einer Canon Powershot S50 umgestiegen. Mit dieser Sucherkamera sind die meisten Bilder der Website entstanden. Die Bildqualität ist für das Web völlig ausreichend. Leider waren Autofokus und Auslöseverzögerung nicht geeignet, um fahrende Züge zu fotografieren. Daher habe ich wieder zur Spiegelreflex-Kamera gewechselt und 2009 eine Canon EOS 500D beschafft. Auch mit dieser Kamera sind sehr viele Bilder dieser Website gemacht worden.
Seit 2014 verwende ich die Canon EOS 6D und knüpfe damit wieder das Vollformat der Canon A1 an. Die Anlagenbilder entstehen mit einem 24-105mm Objektiv, bei Vorbildaufnahmen kommt auch ein 70-200mm Teleobjektiv zum Einsatz. Die Bildbearbeitung erfolgt mit Adobe Lightroom 5. Zusätzlich setze ich eine kleine Nikon P300 Sucherkamera ein, die sich bei der Modellbahn besonders für Videoaufnahmen eignet (Link zum meinem Youtube Kanal).
 Mini-Fotostudio
Viele Bilder von Bastelarbeiten sind zunächst direkt an Ort und Stelle entstanden: Die Bauteile und Werkzeuge werden ein wenig zurechtgelegt und dann ohne weitere Umstände fotografiert. Leider sind die Bilder etwas unübersichtlich: Das unruhige Muster der Arbeitsplatte lenkt das Auge ab und macht nebenbei die Bilddateien größer als nötig. Außerdem stört oft Durcheinander im Hintergrund.
Auf einigen Websites habe ich viel schönere Bilder gesehen, die Modelle sind vor einem neutralen Hintergrund zu sehen und nichts lenkt den Betrachter ab. Das wollte ich auch erreichen. Direkt neben der Arbeitsplatz steht ein Metallregal. Dort habe ich eine Etage freigeräumt und ca. 40cm Platz bis zum nächsten Regalboden geschafft. Zur Beleuchtung wurde eine Leuchtstoffröhre und eine kleine Blende aus Hartfaser angebracht. Ein großes Stück weißer Bastelpappe aus dem Schreibwarengeschäft bedeckt den Regalboden und die Rückseite. Zwei Haarklipse halten die Pappe an den Regalstreben fest, die Pappe kann dann einfach ausgetauscht werden, wenn sie zuviel Schmutz abbekommen hat.
Bauteile und Bastelergebnisse werden für die Fotos einfach ins Regal gelegt und dort fotografiert. Natürlich ist dafür ein Stativ nötig. Bei geeigneter Belichtung und Blendenwahl ist der weiße Hintergrund nicht mehr als Pappe erkennbar, kleine Flecken und Fussel fallen nicht auf. Anfangs habe ich zwei "Daylight"-Fotoleuchten zur zusätzlichen Beleuchtung verwendet, die aber heute durch einfache Aufsteck-Blitze (siehe unten) ersetzt wurden.
 Stativ
Die Bilder an der Anlage sind meist bei Raumbeleuchtung entstanden. Für die optimale Schärfe ist eine kleine Blendenöffnung nötig und die resultierenden Belichtungszeiten sind zu lang, um freihändig zu arbeiten. Daher verwende ich ein Stativ. Es ist auch nützlich, damit ich in Ruhe den Bildausschnitt optimal einstellen kann. Das Manfrotto-Stativ 055 XPROB hat sich sehr bewährt, ich arbeite gerne damit.
Als Besonderheit kann man die Mittelsäule um 90 Grad kippen, die Kamera schwebt dann an einem Ausleger über der Anlage. Natürlich leidet dann die Stabilität, mit einer schweren Kamera dauert es seine Zeit, bis die Schwingungen abgeklungen sind. Das ist eben Physik. Die Kamera selbst sitzt auf einem kräftigen Kugelkopf, mit dem sie ohne Umstände horizontal oder entsprechend dem gewünschten Ausschnitt ausgerichtet werden kann und dann bombenfest gehalten wird. Für Videoschwenks ist der Kugelkopf nicht geeignet, das ist bei mir aber nicht wichtig.
 Bohnensack
Oft möchte ich mit der Kamera sehr nah ran ans Geschehen. Zuerst habe ich dann herumliegende Holzstücke, Verpackungen, Bücher oder anderes Material zum Abstützen verwendet. Oder auch versehentlich mit dem Kameraboden aus Metall Kurzschlüsse am Gleis verursacht. Abhilfe schafft da ein "Bohnensack", ein Hilfsmittel, das sich wie ein kleiner Sitzsack für die Kamera verhält.
Ein Bohnensack ist als Foto-Zubehör in vielen Ausführungen käuflich erhältlich. Meine Frau hat mir netterweise einen Linsensack - es waren gerade keine getrocknenen Bohnen zu Hand - selbst gemacht: Ein Stück Fliesstoff - ehemaliges Putztuch - wurde zu einem Kissen vernäht und teilweise mit getrockneten Linsen gefüllt. Das funktioniert wunderbar, nicht nur an der Modellbahn, sondern auch bei Bildern unterwegs, wenn extreme Froschperspektive aus Bodenhöhe gefragt ist.
 Fernbedienung
Je nachdem wie die Kamera auf dem Stativausleger oder dem Bohnensack positioniert ist, kann man trotz aller Verrenkungen nicht mehr durch den Sucher blicken und den Bildauschnitt beurteilen. Bei der Canon Powershot S50 konnte ich mir mit einem Notebook und der mitgelieferten Software Remote Capture helfen, wobei dann einiges an Gerätschaft im Weg war.
Eleganter und einfacher sind Apps für die mittlerweile allgegenwärtigen Smartphones. Per USB-Kabel, im Fall der EOS 6D auch per WLAN, ist die Kamera fernsteuerbar und liefert eine Live-Übertragung des Sucherbilds auf das schlaue Telefon. Dazu verwende ich die Android-App DSLR Controller.
 Beleuchtung mit Blitz
Die Raumbeleuchtung ist ausreichend, um Anlagenbilder zu machen. Um die Modelle im Vordergrund besser auszuleuchten, hatte ich mir ein Paar "Daylight"-Fotoleuchten von Walimex gekauft. Das Ergebnis war ernüchternd, die Leuchten sind nicht sehr kräftig und harmonieren nicht mit den Leuchtstoffröhren unter der Decke. Halogenstrahler aus dem Baumarkt liefern mehr Licht, aber auch viel mehr Abwärme, die aber den Modellen schaden kann und mich bei den Aufnahmen sehr störte. Aufsteckblitze liefern viel Licht ohne Abwärme, aber sie sind nicht geeignet, um die Anlage vernünftig auszuleuchten. Dachte ich jedenfalls.
Angeregt durch Websites der Strobisten-Szene - Fotografen, die sich kreativ mit den Möglichkeiten der kleinen Blitzgeräte auseinandersetzen - habe ich mir einen zweiten Blitz sowie einen Funkauslöser zugelegt. Zusammen mit einem Stativ und einem Diffusor in Form eines Regenschirms ist die Ausleuchtung kein großes Problem mehr. Die Kosten dafür halten sich in Grenzen: Ein manueller Blitz vom Typ Yongnuo YN560 - die kostspieligen Automatik-Geräte von Canon sind hier nicht nötig - als Ergänzung zum bereits vorhandenen TTL-Aufsteckblitz von Metz sowie ein gebrauchtes Manfrotto-Blitzstativ (eBay-Kleinanzeigen!) wurden durch den Verkauf der Daylight-Leuchten gegenfinanziert.
Natürlich ist es zunächst eine Umstellung, aber mir gefällt die komplette manuelle Kontrolle der Lichtsituation und mit etwas Übung ist die richtige Einstellung schnell gefunden. Das Licht der Blitzgeräte ist dem Spektrum des Sonnenlichts ähnlicher als das Licht von Leuchtstoffröhren und sorgt für eine schönere Farbwiedergabe. Ein netter Nebeneffekt: Die Verschlusszeiten sind so kurz, daß ich aus der Hand fotografieren kann bzw. das kleine Schwingungen des Stativauslegers (siehe oben) keine Auswirkungen mehr haben.
 Colorchecker
Die Kompensation von Kunstlicht ist bei der digitalen Fotografie kein Problem mehr. Aber ohne vernünftige Referenz ist der automatische Weißabgleich Glückssache und für den nachträglichen Abgleich am PC muss man eine geeignete weiße oder neutralgraue Fläche auf dem Bild finden. Eine einfache Lösung besteht aus einer Graukarte. Das ist ein speziell bedrucktes Stück Pappe aus dem Foto-Zubehör, mit dem korrekte Belichtung und Weißabgleich vereinfacht werden.
Noch besser ist ein "Colorchecker": Das ist ein Satz von genau definierten Farbflächen aus einem speziellen Material. Zu Beginn der Foto-Session macht man eine Probeaufnahme mit dem Colorchecker im Bild. Mit einem dazugehörigen Programm kann jede einzelne Farbfläche am PC automatisch analysiert und ein dazugehöriger Satz von Korrekturwerten berechnet werden. Dieser Werte können einfach in Adobe Lightroom als Profil hinterlegt und auf alle Bilder der Foto-Serie angewendet werden. So wird jede Farbe - im Rahmen der technischen Möglichkeiten - korrekt abgebildet.
Zugschluß
Neue Beiträge
15.01.17: Kanal-Brücken
15.01.17: Tagebuch 2016