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 Trix Roheisenwagen
Offene Pfannenwagen sind die erste Bauform, die für den Transport von Roheisen verwendet wurden. Die Pfanne sitzt "entnehmbar" im Fahrgestell und kann mit einem Kran herausgehoben werden. Sie hat Befestigungsmöglichkeiten für weitere Haken, damit sie in den Konverter gekippt werden kann. Offene Pfannenwagen werden für kurze Strecken eingesetzt, meist Hütten-intern zwischen Hochofen und Stahlwerk. Auf Bundesbahnstrecken haben diese Wagen nichts zu suchen, da sie das übliche Begrenzungsprofil sprengen und kein Schutz vor der heißen Fracht besteht.
Im laufenden Betrieb setzt die Hitze den Wagen sehr zu, die Lackierung ist schnell abgebrannt und die Grundfarbe ist "Rost". Beim Abstich landen immer wieder Roheisen und Schlacke auf den Fahrzeugen und bilden Krusten und Ablagerungen. Als geeignetes Modell steht ein Roheisenwagen von Trix zur Verfügung, etwa 1969 zum ersten Mal als Neuheit vorgestellt. Tatsächlich hatte ich in den 70ern ein solches Modell auf meiner Trix Express-Anlage. Heute sind die Wagen unter den Marken Trix, Märklin oder Primex zu finden.
 Vorbereitung der Fahrgestelle
Das Rohmaterial besteht aus 4 Primex-Wagen, die ich auf einem niederländischen Flohmarkt gefunden habe sowie 2 neu aufgelegten Trix-Wagen aus der "Erz & Stahl"-Serie. Die neuen Wagen haben eine Kurzkupplungskulisse und die Nachbildung von Riffelblech an den Oberseiten. Beides ist bei meinem Umbau eher störend. Die Werkslackierung wird mit Nitroverdünnung (Fahrgestelle) und Spiritus (Pfannen) weitgehend entfernt.
 
Die Wagen werden für die Stromaufnahme vorbereitet. Da es Ganzmetall-Fahrgestelle sind, kann pro Wagen nur eine Gleisseite verwendet werden, sonst droht Kurzschluß. Je zwei Wagen gehören deshalb zusammen, sie sind spiegelbildlich verkabelt. Theoretisch sollte die Stromübertragung durch Metallachsen und Blechlager reichen, zusätzlich habe ich Radschleifer eingebaut. Ein kleines Stück Rasterplatine dient als Lötstützpunkt. Bei den alten Wagen ist reichlich Platz für die Verkabelung, die neuen Wagen mit Kurzkupplungskulisse sind da etwas schwieriger.
 Aufbauten aus Pappe
Die Trix-Modelle sind sehr einfach, geradezu primitiv gehalten. Rangiererbühnen und Aufstiege fehlen völlig. Ich hatte schon Bastelarbeiten mit Messingprofilen geplant, als Joswood passende Bausätze aus gelastertem Karton vorstellte. In ihnen sind Bühnen nebst Schutzdach, Aufstiegsleitern und Griffstangen enthalten. Sie lassen sich einfach zusammenkleben. Nach ersten Tests habe ich die Aufstriegsleitern abgeschnitten und separat an die Modelle geklebt.
 
Bei der neuen Modellvariante habe ich die Riffelblech-Nachbildung plangefräst, um eine ebene Auflage für die Bühnen zu erhalten. Um etwas Abwechslung zu haben, erhalten zwei Wagen nur eine einzelne Rangiererbühne.
 Beleuchtung
Für die Beleuchtung hatte ich zunächst an SMD-LEDs gedacht, aber bei den ersten Tests war die Wirkung zu punktförmig. Eine einzelne 5mm LED reichte ebenfalls nicht, schließlich habe ich mich für vier 5mm LEDs in Serienschaltung entschieden. Die Rundung der LEDs habe ich mit Sandpapier abgeschliffen und aufgerauht, um eine etwas diffusere Abstrahlung zu erzielen. Ein Gleichrichter, ein Elko, Vor- und Ladewiderstände sowie die LEDs finden Platz auf ovalen Platinen aus Lochstreifen-Material.
 Lackierung und Alterung
Die Wagen erhalten zunächst eine Grundierung mit rotbraunem Primer von Vallejo. Aus 2K-Spachtel entstehen die Ablagerungen, die rechts und links neben den Pfannen auftreten. Anschließend verwende ich Pigmente von ak-interactive für unterschiedliche Rosttöne und helle Spuren von Schlackenstaub. Abschließend versiegelt eine Schicht Mattlack von Gunze Sangyo das Modell.
 Roheisen
Mit einem Stück Kunststoff ermittle ich die richtige Form für den Plexiglas-Einsatz. Anschließend werden acht Einsätze ausgesägt und mit dem Tellerschleifer in Form gebracht. Vorder- und Rückseite werden mit Sandpapier aufgerauht. 100% Passform erreiche ich nicht, das ist aber auch nicht notwendig. Die ersten Versuche mit Glasfarbe führen noch nicht zum gewünschten Ergebnis. Mit "fluorescent orange" von Gunze Sangyo wird dann aber die richtige Farbe gefunden. Die Innenseiten der Pfannen werden mit Alufolie beklebt, um die Lichtausbeute zu erhöhen.
Die Plexiglasscheiben werden unlackiert eingeklebt, die Lücken werden mit 2K-Spachtel geschlossen, gleichzeitig wird damit die Kruste aus Schlacke und Eisen angedeutet. Die Pfannen werden abgeklebt und das Innere nebst Glasscheiben in Orange spritzlackiert. Nachdem der Lack getrocknet ist, werden die Krusten und Ränder mit dem Pinsel und einer dunklen Metallic-Farbe angemalt. Die fertigen Wagen werden anschließend paarweise miteinander verbunden und sind dann bereit für den Einsatz auf der Anlage.
Im Anlageneinsatz pendeln die Wagen als komplette Abteilung zwischen Abstichhalle und der Konverterhalle. Kleiner Schönheitsfehler: Die Wagen sind stets "gefüllt" unterwegs, auf eine abschaltbare Beleuchtung habe ich verzichtet.
Zugschluß
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