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 Trix-Torpedopfannen - Teil 1
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 Modell und Vorbild
Ausgangspunkt für dieses kleine Projekt ist das Trix-Modell des E+H-Torpedopfannenwagens (Art. 24051). Das Modell ist sehr fein detailliert, mit sehr filigranen Griffstangen und separat eingesetztem Bedienungsgestänge. Aber die Alterung ab Werk ist nicht so gelungen und gerade Torpedopfannen werden in Dienst ziemlich alt.
Vergleicht man das Modell mit dem zweiten Wagen auf dem Vorbildfoto, dann stellt man fest, daß die "Einfüllöffnung" etwas anders aussieht. Der eckige Aufsatz ist eine Art Panzer, der die Pfanne vor Flüssigeisen-Spritzern schützen soll. Er sieht deutlich anders als das Trix-Modell aus, die rundliche Modell-Ausführung ähnelt mehr dem ersten Wagen auf dem Vorbildfoto. Tatsächlich sieht man im Betrieb beide Varianten. Meine Aufgabenliste:
  • "Innenbeleuchtung", d.h. Nachbildung der glühenden Roheisenfüllung,
  • Natürlich umfassende Alterung, bei diesem Wagen ein Muß,
  • Schwenkantrieb für die Pfanne, zunächst nur für einen von vier Wagen geplant,
  • Drei von vier vorhandenen Modellen mit eckiger Abdeckung ausrüsten.
 Beleuchtung
Bei genauerer Betrachtung des Modells fällt auf, daß es ab Werk schon für Elektrik vorbereitet ist. Die Drehgestelle haben Metallachslager und es sind bereits Nuten und Durchlässe für die Stromkabel vorhanden. Für jeden Pol werden zwei Drehgestelle verwendet, die komplette 8-achsige Drehgestellgruppe ergibt dann eine sichere Stromabnahme.. Die Drehgestellbrücken und die Drehgestelle selbst sind sehr beweglich und durch das hohe Gewicht der Zinkgußpfanne liegen alle Achsen auf.
Die Beleuchtung selbst besteht aus einem Brückengleichrichter, einem Spannungsregler, zwei weißen LEDs sowie einem Goldcap zur Pufferung. Die Bauteile werden auf eine Lochrasterplatine gelötet, die genau in die Pfanne passt. Die Anschlußkabel werden durch eine Bohrung durch den Lagerzapfen der Pfanne nach außen geführt.
 Neue Panzerung
Zwei der Torpedopfannen sollen einen neuen Panzer für die Einfüllöffnung in eckiger Form erhalten.
Für die neue Abdeckung wird die alte Pfannenöffnung mit der Fräse entfernt und Loch für den neuen Aufsatz geschaffen.
Aus 1mm dicken Polystyrolplatten entsteht dann die neue Abdeckung, eine Lehre aus Papier und Pappe hilft bei der Montage.
 Flüssigeisen im Modell
Nun zum flüssigen Eisen: Die Einfüllöffnung wird mit einem Stück durchscheinendem Plastik abgedeckt, dieses stammt aus dem Set "Hot Steel Slabs" (glühende Bramme) des amerikanischen Anbieters "State Tool & Die". Hilfsweise könnte man auch versuchen, orangefarbene Plastiktelle "KALAS" von IKEA zu zerschneiden.
Die Oberfläche des Eisen-Sees ist nicht spiegelglatt, sondern rauh. Vermutlich sind das Schlackebrocken und andere Verunreinigungen, die obenauf schwimmen.
Erste Versuche, diese Strukturen mit Window-Color nachzuahmen, schlugen fehl. Dann habe ich "Acrylmedium matt" von LUKAS ausprobiert, das ist eine mattklare Acrylpaste aus dem Künstlerbedarf. Mit einem Borstenpinsel ist es dann einfach, für etwas Unruhe an der Oberfläche zu sorgen.
An ein Einfüllöffnung setzen sich Reste von Roheisen und Schlacke ab, die erstarrten Strukturen werden auch "Bären" genannt. Im Modell werden sie mit Spachtelmasse nachgebildet. Ich verwendet dazu "Kombispachtel", der für Autoreparaturen im Baumarkt erhältlich ist. Er läßt sich mit etwas Nitroverdünnung geschmeidig machen. Die feinen Strukturen werden mit einem alten Borstenpinsel aufgetupft.
 Schwenkantrieb
In MIBA 08/2002 zeigte Rutger Friberg, wie er die Krupp-Torpedopfanne von Märklin motorisiert hat. Dies hat mich angeregt, eine der Trix E+H Torpedopfannen ebenfalls mit einem Schwenkantrieb zu versehen. Zum Einsatz kommt der "Kleinstgetriebemotor 4125" von Robbe, er wird mit 6V betrieben und hat ein angebautes 1000:1 Getriebe, mit dem sich die langsame Pfannenbewegung darstellen läßt. Von Höhe und Breite her passt der Motor gut in das Maschinenhaus.
Beim Einbau zeigt sich dann, daß man bei Trix auch an eine Motorisierung gedacht hatte: Die Befestigungslöcher des Motors passen exakt zu den vorhandenen Bohrungen der Pfannenlagerung aus Metall, mit den beiliegenden Schrauben ist der Antrieb schnell montiert. Erste Versuche zeigen, daß die Lagerung zuviel Spiel hat und eine direkte feste Verbindung zuviel unerwünschte, seitliche Verwindungskräfte auf das Getriebe übertragen würde. Motor- und Pfannenachse fluchten nicht und die ganze Konstruktion "arbeitet" beim Schwenk und bei der Fahrt. Deshalb wird eine lange, federnde Aluachse fast in Pfannenmitte befestigt und durch eine Bohrung mit 1mm Luft zum Motor geführt. Damit werden die Kräfte abgefedert.
In der Längsachse ist der Motor leider 1mm zu lang. Aus ein paar Polystyrolstreifen entsteht ein Anbau am Maschinenhaus. Die Ansteuerung erfolgt mit einem alten Lenz LE040-Dekoder aus der Restekiste, er wird mit 2K-Kleber am Motor festgeklebt. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 25% eingestellt, damit läßt sich der Schwenkantrieb gut betreiben.
 Alterung der Drehpfanne
Die Alterung der Pfanne stellt eine besondere Aufgabe da. Als Arbeitsgrundlage habe ich eine Reihe von Vorbildfotos abziehen lassen und mir einen Wagen ausgesucht, an dem ich mich orientieren möchte..
Für die Arbeiten verwende ich Acryl-Farben von Tamiya und teilweise auch Gunze-Sangyo, die mit dem Airbrush aufgebracht werden. Vorab bereite ich die wichtigsten Farbmischungen vor und fülle sie in Leergläser. Für die leichtere Bearbeitung der Pfanne habe ich mir aus Karton eine kleine Halterung zusammengeklebt, die besonders bei den Spritzarbeiten hilfreich ist.
Schritt 1: Die grobe Oberfläche wird mit Kombispachtel dargestellt, der mit Nitroverdünnung weich gemacht und mit einem alten Borstenpinsel dünn aufgetupft wird. Anschließend wird die Pfanne mit warmer Seifenlauge (Spüliwasser) entfettet, mit klarem Wasser nachgespült und zum Trocknen weggelegt.
Schritt 2: Zunächst wird die gesamte Pfanne weiß grundiert mit Gunze-Sangyo "Mr. Base White 2000". Anschließend werden verschiedene Rosttöne mit der Airbrush aufgesprüht, so daß sie Wolken in unterschiedlichen Farben von Orange bis Rotbraun bilden
Schritt 3: Anschließend wird mit Salzschlamm maskiert, hier empfehle ich ordinäres Küchensalz, zum Beispiel "Salinen Jodsalz mit Fluorid" von ALDI Süd (500g für 0,19 Euro). Grobes Meersalz wie "Gourmet Flor de Atlantico", ebenfalls ALDI Süd (200g für 2,49 Euro) kann ich nicht empfehlen. Das Salz wird mit ein paar Tropfen Wasser gemischt und diese Pampe mit kleinem Spachtel und Pinsel unregelmäßig aufgetragen aufgetragen.
Schritt 4: Dann habe ich mit hellen Grautönen und hellen Rot/Rosa-Tönen weitere flächige Wolken aufgebracht und anschließend die Salzschicht angewaschen. Dabei braucht man etwas Geduld, da auch das Salz Farbe abbekommen hat und das "Abwaschwasser" Zeit benötigt, um diese Schicht zu durchdringen. Man kann mit einem harten Pinsel vorsichtig nachhelfen. Die dabei entstehende Salzlake hinterläßt kaum sichtbare Spuren auf dem Modell, die aber bei weiteren Farbaufträgen als unschöne Flecken durchschlagen. Daher sollte man nach dem "Entsalzen" entweder das ganze Modell mit Spüliwasser reinigen oder eine Schicht Mattlack (Gunze Sangyo) als Schutzschicht auftragen.
Schritt 5: Nun wird die Verkleidung der Öffnung aufgeklebt. Dann kommen noch die Schlackenspuren am Übergang zwischen Pfanne und Abdeckung dazu, die kleinen gelblichen Farbspuren hier und dort sowie ein ganzheitlicher Staubschleier, der die Bauteile farblich leicht angleicht. Bei der Verwendung von Tamiya und Gunze-Sangyo lassen sich alle Fehlversuche mit 99% Isopropanol rückgängig machen. Dazu empfehle ich große Gebinde sowie einen leergegessenen 2l-Speiseeisbehälter.
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Zugschluß
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