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 Umbau Akkutriebwagen 515 von Kato
Der Akkutriebwagen 515 gehört zu den Fahrzeugen, mit denen ich oft gefahren bin. Als Schulkind sah ich die roten Wagen regelmäßig auf der Nebenstrecke Neuss - Heimbach, die an unserem Dorf vorbei führte. Später bin ich mit dem Steckdosen-IC häufig vom Studienort zum Elternhaus gefahren. Also führte an dem Kato-Modell kein Weg vorbei, zumal die Baureihe 515 im Duisburger Raum bis in die 90er Jahre anzutreffen war.
Die Stromabnahme des Modells muß verbessert werden. Sie erfolgt über die Achslager und Schleifkontakten zwischen Drehgestellen und Chassis. Die Schleifkontakte werden durch kurze Drahtverbindungen ersetzt. Da die Stromabnahme-Basis sehr kurz ist, sollen mindestens zwei Wagen elektrisch verbunden werden.
 Dekoder und LED
Der ETA wird mit einem Zimo MX64-Dekoder ausgestattet. In der Bodenwanne des Motorwagens ist genug Platz vorhanden, der Dekoder kann schräg hineingelegt werden. Die NEM-Schnittstelle und die Bauteile zur Funkentstörung werden entfernt. Der Dekoder wird mit seinen Anschlußkabeln direkt an die "Stromschienen" des Chassis und die Motoranschlüsse angelötet. Die Platine dient dann nur noch zum Anschluß der Beleuchtung.
Das Modell ist ab Werk mit gut sichtbarer Stirnbeleuchtung ausgestattet. Die gelbe LED für die Front- Scheinwerfer wird durch eine weiße LED ausgetauscht. Ein Tropfen gelber Window Color reduziert den Blaustich ein wenig. Pro Diode wird ein Vorwiderstand von 470 Ohm auf der Platine angebracht.
 Verbindungen und Kupplungen
Die elektrische Verbindung zwischen den Wagen erfolgt durch steckbare schwarze Litzen. Neben den Kupplungskästen werden Miniaturbuchsen eingeklebt und mit den Stromschienen im Chassis verbunden. Die Verbindungkabel verlaufen oberhalb der Kupplungsköpfe, ein kurzes Stück Schrumpfschlauch hält sie an der richtigen Stelle.
Kato liefert Kurzkupplungskulissen mit. Leider sind die Kulissen unterhalb der Führerstande gut sichtbar und recht klobig. Deshalb werden sie durch Kupplungen von Fleischmann (#6574) ersetzt. Diese sind mit Profi-Köpfen ausgestattet, die in der Höhe justiert werden können. Nachdem die Montageflächen glatt geschliffen worden sind, können die Fleischmann-Kulissen mit Sekundenkleber befestigt werden. Puffer-an-Puffer Fahren ist leider nicht möglich, es bleiben ca. 3mm Abstand auf gerader Strecke.
 Betriebseinsatz
Der ETA wird vierteilig eingesetzt. Die Frontbeleuchtung der Zwischenwagen wird abgeschaltet. Es reicht aus, wenn nur ein Motorwagen angetrieben wird. Beim zweiten Motorwagen wird der Motor entfernt und das Schneckengetriebe am Drehgestell demontiert, der Motorwagen läuft dann als Dummy mit.
Die Inneneinrichtung wird farblich etwas überarbeitet: Der Boden wird schwarz getrichen, die Sitze rot (2. Klasse) bzw. grün (1. Klasse). Die sehr glänzenden Radsätze und die Drehgestelle erhalten einen Überzug aus Bremsstaub und Rost.
 Optimiert: Drahtkupplung
Im Dauerbetrieb haben sich die Fleischmann-Profikupplungen nicht bewährt - aufgrund der tiefen Einbaulage musste ich die Kupplungsköpfe modifizieren. Anschließend gab es entweder unerwünschte Wagentrennungen oder die Kupplungen waren unlösbar miteinander verbunden. Da die Kupplungen in der Seitenansicht recht klobig wirkten, habe ich nach Abhilfe gesucht.
 
Die neuen "Kupplungen" entstehen aus kleinen Stahlnägel, Plastikresten und Sommerfeldt-Oberleitungsdraht. Der Pufferabstand hat sich dadurch kaum vergrößert, aber die Wagenverbindungen sind nun zuverlässig, einfach trennbar und sehr filigran.
 LED-Innenbeleuchtung
Der vierteilige 515-Zug soll eine Innenbeleuchtung erhalten. Dazu werden zunächst die Platinen der Fahrzeuge gekürzt oder entfernt, damit die Goldcap-Kondensatoren Platz finden. Außerdem werden kleine Steckbuchsen angelötet und eingeklebt. Beim "leeren" Motorwagen des Dummy ist genug Platz, um den Goldcap-Kondensator im Chassis unterzubringen. Daher ist eine vieradrige Verbindung notwendig.
Die LED-Beleuchtungsplatinen klebe ich oben auf die Inneneinrichtung, damit die Fahrzeuge weiterhin einfach zerlegbar bleiben. Beim angetriebenen Motorwagen muß der Goldcap-Kondensator im Fahrgastraum untergebracht werden, da im Chassis kein Platz ist.
Anders hingegen bei den Mittelwagen, da kann der Kondensator unter die Inneneinrichtung montiert werden. Im Chassis ist an der Stelle ausreichend Freiraum. Die Verkabelung erfolgt im Toilettenraum. Nach den Elektroarbeiten werden noch einige Fahrgäste untergebracht.
 Restarbeiten
Abschließend erfolgt eine dezente Alterung: Zunächst werden alle Dachflächen mit Weinertlack in RAL 7030 Steingrau gespritzt, weil mir das "Kato-Grau" im Vergleich zu Vorbildfotos zu dunkel erscheint. Anschließend wurden die typischen Rostspuren am Dach, besonders an den Fronten, nachgebildet. Das Fahrgestell wird mit Tamyia XF64 und XF52 gealtert. Auch die Unterkante des Wagenkasten erhält etwas "Bremsstaub", ansonsten bleiben die Fahrzeuge verhältnismäßig sauber. Ein abschließender leichter Überzug mit mattem Klarlack nimmt dem Modell den restlichen Plastikglanz.
Im Fahrbetrieb erweist sich die LED-Beleuchtung als sehr hell, bei Gelegenheit werde ich mit einem orangen Edding nacharbeiten. Die Pufferung durch die Kondensatoren funktioniert ausgezeichnet, die Beleuchtung ist flackerfrei.
Zugschluß
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