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 LEDs für BR 140 & BR 141
Bei den meisten Lokmodellen ist die Stirn- und Schlußbeleuchtung nicht optimal. Die Lampen sind unterschiedlich hell, teilweise sind sie im eingeschalteten Zustand kaum zu erkennen. Hinzu kommt, daß eine getrennte Schaltung von Stirn- und Schlußbeleuchtung meistens nicht vorgesehen ist. Mir ist die Lokbeleuchtung wichtig, da das Dreilichtspitzen-Signal viel Eisenbahn-Atmosphäre erzeugt. Außerdem ist es im Rangierbetrieb hilfreich, die aktuell eingestellte Fahrtrichtung zu erkennen, bevor man aus Versehen in die falsche Richtung losfährt. Daher habe ich begonnen, bei meinen Loks nach und nach Verbesserungen der Beleuchtung vorzunehmen. In der Regel geschieht dies durch den Einbau von kleinen SMD-LEDs.
 Material und Werkzeug
Die ersten Umbauten habe ich mit vergleichsweise großen LEDs der Bauform PLCC vorgenommen, zumal ein auf Modellbahner spezialisierter Anbieter solche LEDs mit angelöteten Drähten und in DUO-Ausführung für den Lichtwechsel weiß/rot im Sortiment hat.
Ich war jedoch recht bald mit der Farbe nicht mehr zufrieden, auch weil die weißen und die DUO-LEDs des Anbieters nicht harmonieren. Das ist besonders unschön bei Loks mit Einfachlampen, dann hat die obere Stirnlampe einen anderen Farbton als die unteren beiden Lampen.
Nach ein paar ängstlichen Versuchen habe ich gemerkt, daß sich selbst die ganz winzigen LEDs der Bauform 0603 gut verarbeiten lassen und verwende nur noch diesen Typ. Aber auch hier gibt es Unterschiede, ich bevorzuge den Weißton "super golden white / wärmstes Warmweiss", der etwas wärmer (Glühlampen beim Vorbild!) als die normalen "warmweißen" LEDs ist.
Für die Lötarbeiten verwende ich meinen 30 Watt Lötkolben von Ersa ohne viel Schnickschnack. Eine feine Lötspitze reicht, um SMD-LEDs anlöten zu können. Für die Verkabelung setze ich Lackdraht mit 0,1mm Stärke ein. Bei den ersten Arbeiten hatte ich 0,05mm Stärke verwendet, aber das hat sich als sehr dünn erwiesen. Weiter hilfreich ist flexible isolierte Litze für die Steckverbinder, dazu mehr weiter unten.
Ein kleines Holzbrett mit einem aufgeschraubten Federdraht dient als Befestigung der kleinen LEDs bei den Lötarbeiten. Das wichtigste Werkzeug ist jedoch nicht auf den Bildern zu sehen: Eine Kopflupe mit 2x Vergrößerung, für kleines Geld im Bastelgeschäft gekauft und unverzichtbar für diesen Kleinkram.
 Schaltung und Einbau
Beim Umbau der Einheitslokomotiven vom Typ 140 und 141 werden alle Lampen neu mit SMD-LEDs ausgestattet. Dabei haben alle LEDs den gleichen Abstand von der Lampenfront, sie sollen also gleich hell leuchten. Die roten und die weißen LEDs können deshalb zu zweit bzw. zu dritt in Serie geschaltet werden. Die Vorwiderstände sind mit 1,5 kOhm bzw. 4,7 kOhm recht hoch, weil die LEDs nicht zu intensiv strahlen sollen. Die Werte wurde nicht berechnet, sondern durch Ausprobieren ermittelt.
Die Lichtleiter werden kurz hinter der "Austrittslinse" der Lampen mit einem Seitenschneider abgeknipst. Das habe ich gemacht, damit beim späteren Aufsetzen des Lokgehäuses nichts klemmt. Mit Sekundenkleber wird auf jeden Stummel eine LED aufgeklebt. Das ist Fummelsarbeit, da die winzigen Bauteile auf dem Klebertropfen schwimmen und mit einem dünnen Draht festgedrückt werden müssen.
Die Einsätze der unteren Lampen erhalten eine zweite, rote LED. Anschließend erfolgt die Verdrahtung mit 0,05mm Lackdraht nach Schaltplan. Der Draht ist extrem dünn und schnell zu übersehen, daher werde ich künftig dickeres Material mit 0,1mm Durchmesser verwenden.
Die Leuchtstummel werden dann in das Lokgehäuse eingesetzt und probehalber angeschlossen. Wenn alles gut funktioniert, dann werden die Lichtleiter mit einem kleinen Tropfen Klebstoff fixiert und die LEDs mit etwas Farbe überstrichen. Der schwierige Teil der Umbauarbeiten ist damit geschafft.
 Verkabelung
Die Verbindung zwischen den LEDs im Lokgehäuse und dem Dekoder am Fahrgestellt erfolgt über eine fünfpolige Miniatur-Steckverbindung. Dort sind auch direkt die Vorwiderstände angebracht. Damit die feinen Lackdrähte nicht durch mechanische Belastung beschädigt werden, wird zunächst dünne flexible "Dekoder-Litze" an den Stecker angelötet und am anderen Ende mit einem kleinen Stück Lochraster-Platine versehen.
Nach erneutem Funktionstest wird die kleine Platine im Lokgehäuse mit Pattex eingeklebt. Die losen Lackdrähte werden mit etwas Isolierband befestigt. Dann kann die Lok zusammengesetzt werden.
Die Schlußlichter werden an die Dekoderausgänge AUX1 und AUX2 angeschlossen. Sie leuchten fahrtrichtungsabhängig und werden mit F1 ein- und ausgeschaltet. Dazu müssen die Dekoder entsprechend eingestellt werden (function mapping). Bei diesen Konfigurationen tue ich mich immer etwas schwer und manchmal war es nicht klar, ob der Dekoder falsch programmiert war oder eine LED den Geist aufgegegen hatte. Daher habe ich eine kleine Testplatine gebaut, die auf die fünfpolige Buchse aufgesteckt werden kann und den Zustand der Dekoderausgänge anzeigt.
Beim Umbau der Lokomotiven habe ich die Gelegenheit genutzt und an der Unterseite eine zweipolige Buchse zur Versorgung mit Gleisspannung eingebaut. Das ist sehr hilfreich bei der Radreinigung oder anderen Arbeiten an der Lok. Ich erspare mir damit lästiges Gefummel mit kleinen verkabelten Gleisstücken, die ich sonst an die Räder halten muß.
 Loks im Einsatz
Die Arbeit hat sich gelohnt, die Modelle haben jetzt gut sichtbar beleuchtete Loklampen in einem angenehmen Farbton. Der Nachteil ist offensichtlich: Alle anderen Loks mit schwächlichem Licht oder frühere Umbauten in kaltweißen Xenon-Farbton müssen in die Werkstatt.
Zugschluß
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