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 Der PH-Bereisungswagen - Zweiachser mit LED-Beleuchtung
Bei Eisenbahn+Häfen in Duisburg ist ein ehemaliger Länderbahnwagen im Bestand, der als Bereisungswagen für Besucher der Werkbahn dient. Unter der Nummer 79001 ist er seit 1868 auch heute noch im Einsatz, da viele Areale der Werksanlagen nur schwierig per PKW oder Bus für Besichtigungen erreichbar sind. Die Bildsuche im Internet ("Thyssen Bereisungswagen") liefert auch ein historisches Foto von August Thyssen persönlich mit einer georgischen Reisegruppe im zeitgenössischen Habitus vor Wagen 79001.
Ein preußischer Dreiachser von Fleischmann lag längere Zeit bei mir in einer Schublade, bis ich aufdie Idee kam, auch der Phoenix Hüttenbahn einen Bereisungswagen zu gönnen. Da die mittlere Achse zum Verklemmen neigte, habe ich sie kurzerhand entfernt. Der Wagen wurde neu in den Farben der Phonix Hüttenbahn lackiert und erhielt das dazugehörige Besitzschild. Außerdem hat der Wagen eine Innenbeleuchtung erhalten.
Die Beleuchtung war eine besondere Herausforderung: einerseits stehen nur zwei Achsen zur Verfügung. Und andererseits sind die Achsen völlig starr gelagert, was gerade bei dem langen Achsstand häufig zu Kontaktproblemen führt. Um eine bestmögliche Stromabnahme zu erhalten, habe ich den Wagen mit Achslagern von peho ausgestattet. Die Achslager sind aus Messing und wurden mit angelötetem Anschlußdraht geliefert. Für den Einbau wurde das Plastik-Radlager mit einem kleinen Bohrer vorsichtig aufgebohrt und die neuen Achslager eingeklebt. Die Radsätze sind geteilt, in diesem Fall habe ich die recht teuren RP25-Radsätze von Roco verwendet, da die Radkränze nicht durch Bremsen oder ähnliche Bauteile weggetarnt werden.
Zur Pufferung der Stromversorgung bei den zu erwartenden Unterbrechungen habe ich einen 1000 uF Elko eingebaut. Die kleine Schaltung besteht aus einem Brückengleichrichter, einem Vorwiderstand von 200 Ohm zur Begrenzung des Ladestroms, dem besagten Elko sowie vier in Serie geschalteten LEDs der Bauform PLCC mit einem Vorwiderstand von 1 kOhm.
 
Der einfache Aufbau funktioniert vorzüglich und deutlich besser als die Schaltung, die ich für die Torpedopfannen-Wagen verwendet hatte. Das liegt wohl an einem wichtigen Unterschied zwischen Elko und Gold-Caps: Der Elko hat einen sehr geringen Innenwiderstand im Vergleich zum Gold-Cap und kann daher sofort relativ viel Strom liefern. Dann fällt eine Unterbrechung der Gleisspannung nicht auf. Die geringere Kapazität der Elkos macht sich bei diesem Einsatzzweck nicht bemerkbar. Fazit: bei weiteren Umbauten dieser Art bleiben die teuren Gold-Caps in der Tüte.
 
Die Kombination aus Pufferschaltung und geteilten Achsen führt zu einer flackerfreien Innenbeleuchtung. Selbst bei langsamer Fahrt über Weichenstraßen sind keine Unterbrechungen zu sehen. Zur Demonstration habe ich ein kleines Video aufgenommen. Die etwas ruckelige Fahrt ist nur ein Effekt der Video-Wiedergabe, ich probiere noch an den optimalen Einstellungen der Kamera herum.
 
Zugschluß