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 Roco S-Bahnzug mit 111 - beleuchtet
Der S-Bahnzug aus den Roco x-Wagen ist ein Klassiker für das Ruhrgebiet. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine ersten Fahrten in diesen Wagen Anfang der 80er: Sehr hell, sehr sauber und vergleichsweise leise. Auch bei nächtlichen Fahrten konnte man bequem ein Buch lesen. Nur das Gepiepe der Einstiegstüren empfand ich als sehr störend. Roco hat diese Wagen seit 1987 im Programm, dann leider seit vielen Jahren nicht mehr. Ich konnte ein gebrauchtes Set ergattern, welches mit einer Innenbeleuchtung und Fahrgästen ausgestattet werden sollte.
 Stromabnahme von den Drehgestellen
Ab Werk haben die Wagen Metallachslager und geteilte Achsen, sind also pro Drehgestell mit vier Stromabnahmepunkten ausgestattet. Die Übertragung zum Chassis erfolgt über federende Bleche, dann weiter über aufgesteckte Drahtstücke zum Lichtleiter. Das ist natürlich nicht sehr zuverlässig. Daher habe ich die Bleche mit einer Zange von unten aus den Fahrzeugen entfernt. An die Drehgestelle wurden flexible Litzen angelötet, dazu musste ich mit einer Trennscheibe vorsichtig die Brünierung der Metallteile abtragen. Kurze Drahtstücke, die ihrerseits an die Litzen festgelötet wurden, sorgen dann für die Verbindung bis unter das Dach. An den Fahrzeugenden habe ich Microbuchsen eingebaut, um die Wagen untereinander elektrisch zu verbinden.
 Vorbereitung unter dem Dach
Die Dächer der Wagen habe ich vorsichtig geöffnet. Als Hilfsmittel verwendete ich kleine Plastikkeile, die eigentlich zur Fliesenverlegung eingesetzt werden. Damit die nach unten gerichteten LEDs der Viessmann LED-Leisten genug Platz haben, musste ich einige Querstreben einsägen oder komplett durchtrennen. Eigentlich hatte ich an dieser Stelle vor, den Innenraum farblich zu verbessern. Aber das Chassis-Plastik war schon sehr spröde, die Verbindungsklipse brachen sofort ab, daher habe ich den Versuch nicht fortgesetzt. Mit spitzem Pinsel wurden die Handgriffe hervorgehoben und per Pinzette die Fahrgäste an Ort und Stelle gebracht.
 Einbau der LED-Leisten und des Dekoders
Vor dem Einbau erhalten die LED-Leisten einen Stützkondensator auf der den LEDs abgewandten Seite. Die Dachwölbung bietet dafür genug Platz. Die LED-Leisten werden eingeklebt und mit der Stromzuführung der Drehgestelle sowie den Microbuchsen an den Wagenenden verkabelt. Beim Steuerwagen ist ein wenig Extra-Aufwand nötig: Ein Tams FD-R Basic Funktionsdekoder steuert die Stirnbeleuchtung und die Zugzielanzeige an. Die Platine für die Glühbirnen habe ich entfernt, die Lichtleiter gekürzt und SMD-LEDs aufgeklebt. Hier hatte ich noch einen Rest SMD-LEDs mit fertig angelöteten Litzen übrig, die ich verwenden konnte. Die nötigen Vorwiderstände fanden auf einen kleinen Stück Rasterplatine Platz. Dekoder, Platine, Kondensator sowie die langen, ungekürzten Litzen haben unter der Dachwölbung genügend Raum, das erleichtert spätere Wartungsarbeiten.
 Probefahrt
Die Probefahrt war dann zu meiner vollen Zufriedenheit: Kein Flackern, gleichmäßige Lichtverteilung und eine kalte, blauweiße Lichtstimmung, die zu meinen - subjektiven - Erinnerungen passt. Jetz fehlt nur noch ein Sounddekoder mit dem Geräusch herrenloser Bierflaschen, die über den Boden rollen, und schon ist die nächtliche S-Bahnfahrt komplett.
Zugschluß