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 Schrottmulden und Tragwagen
Bei der Stahlherstellung spielt Schrott eine wichtige Rolle. Im Stahlwerk wird der Konverter mit Schrott gefüllt ("chargiert"), rund 1/4 der späteren Stahlmenge. Anschließend kommt das flüssige Roheisen hinzu und der Schrott schmilzt. Neben dem Recycling-Nutzen ist der Schrott auch als Kühlmittel wichtig, weil die Schmelze sonst beim Ausblasen mit Sauerstoff zu heiß werden würde. Um die benötigten Schrottmengen einfach hantieren zu können, werden Schrottmulden verwendet. Sie enthalten 60t oder mehr Material und werden mittels Hallenkran in den Konverter geleert.
Das leider etwas dunkel geratene Foto zeigt einen Blick in die Schrottverladung bei ThyssenKrupp. In der Mitte ist ein Eaos zu erkennen, mit dem Schrott per Bahn angeliefert wurde. Die Entladung erfolgt per Kran und Elektromagnet. Links neben dem Eaos wird im Hintergrund eine Schrottmulde beladen. Interessantes Detail am rechten Bildrand: Dort liegen tonnenschwere alte Kokillen gestapelt wie Bauklötze. Vielleicht sollen sie auch als Schrott wiederverwertet werden.
 Vorbild bei ThyssenKrupp / Eisenbahn+Häfen
Bei ThyssenKrupp in Duisburg erfolgt der interne Transport der Schrottmulden zwischen Schrottlager und Konverter auf werkseigenen Tragwagen. Sie sind sehr einfach und robust konstruiert. Bei den Wagen wird eine Mittelkupplung eingesetzt, Bremsanlagen sind nicht zu erkennen. Zwischen Lok und erstem Tragwagen läuft ein kleiner, mit einer Kokille beschwerter Zweiachser als Übergang. Solche Schrottmulden und Tragwagen möchte ich nachbauen und damit das derzeitige Kokillenlager zur Schrottverladung umgestalten.
 Konstruktion der Schrottmulde
Die Schrottmulde ist ein dankbares Objekt für den Einstieg: Die Grundkonstruktion besteht aus dem Mittelteil mit U-förmigen Querschnitt, einem Deckel an der einen Seite und aus einer leicht verjüngten "Schnauze" an der anderen Seite. Ein kräftiges Profil verstärkt die oberen Seitenkanten und zwei Stützen sorgen für den stabilen Stand. Als Details bleiben vier Bolzen für die Kranhaken und die dazugehörigen Abdeckbleche. Für die Konstruktion standen mir die wichtigsten Abmessungen als Skizze zur Verfügung, die restlichen Werte wurden anhand der Fotos ermittelt. Der Druck erfolgt in einem Stück, die Materialstärke der Mulde beträgt 1mm, die kleinen Abdeckbleche sind 0,3mm dünn.
Die Schrottmulde erweist sich bei der Stellprobe als recht wuchtiges Teil, genau wie das Vorbild. Auf dem hinteren Gleis, bislang von Kokillenwagen belegt, sollen zwei Schrottmulden mit ihren Tragwagen stehen. Der Kran wird einen Elektromagneten erhalten, die Kokillen werden durch Schrotthaufen ersetzt bzw. teilweise gestapelt an der Seite liegen. Für den Fahrbetrieb sind die Schrottmulden nicht eingeplant, der Konverter befindet sich ja direkt in der angrenzenden Halle.
 Konstruktion des Tragwagens
Die Konstruktion des Tragwagens ist in Arbeit, dazu habe ich mit dem Drehgestell begonnen. Alleine die Achslager machen so viel Arbeit wie die gesamte Schrottmulde, da sie viele Details wie Befestigungsschrauben etc. enthalten. Noch wirkt das Drehgestell ziemlich kahl, da die gesamte Federung noch fehlt. Ich bin auf den ersten Probedruck gespannt. Fortsetzung folgt...
Zugschluß