Abstichhalle in Hattingen
Zum Hochofen 3 in Hattingen gehört natürlich auch die Abstichhalle. Sie schließt unmittelbar an den Hochofen an. Beim Abstich laufen Roheisen und Schlacke durch Rinnen über den Hallenboden bis zu den Öffnungen, von wo aus sie in die Pfannenwagen fließen. Der nötige Platz für die Halle findet sich auch auf meiner Anlage, denn die Halle ist zentral für die Befüllung der Torpedopfannen und der Schlackenwagen.
 
 Erste Stellprobe
Modellbahnkollege Bernd P. hat mir Skizzen der Halle überlassen. Damit habe ich aus Styrodurplatten und Kunststoffprofilen aus dem Baumarkt einen ersten Platzhalter erstellt. Der ursprüngliche Gleisverlauf war ohne spezielles Vorbild geplant. Die ersten beiden Gleise passten ganz gut, das dritte Gleis musste ich korrigieren. Auch die Reihenfolge weicht im Modell vom Vorbild ab: In Hattingen wurde die Schlacke am ersten Gleis direkt am Ofen verladen. Auf meiner Anlage sind dort zunächst die beiden Gleis für das Roheisen, das Gleis für die Schlacke ist am weitesten entfernt. Da ich dies aufgrund der vorhandenen Weichenverbindungen nicht mehr ändern wollte, weicht auch der später Rinnenverlauf in der Halle vom Vorbild etwas ab.
 
 Konstruktion für den 3D-Druck
Bernd P. hat wieder kongenial konstruiert, die ersten Teile für die Abstichhalle konnte ich stabil und verzugsfrei mit dem FDM-Drucker erstellen. Bei der Auslegung der Teile achtete Bernd darauf, daß sich alles ohne Supports direkt auf der Platte drucken läßt. Sobald der Drucker fertig war, konnte ich die Teile entnehmen und zusammenbauen. Ein reines Vergnügen im Vergleich zum Resindrucker, der natürlich viel mehr Details drucken kann.
 
Die Abstichhalle passt genau auf die entsprechenden Stützen am Hochofen. Es fehlen noch ein paar Teile. Darauf bin ich schon sehr gespannt. Sobald diese fertig sind, kann ich eine Stellprobe auf der Anlage machen und die endgültige Position von Ofen und Halle festlegen. Vermutlich werden noch kleinere Anpassungen der Gleislage notwenig sein.
 
 LED-Animation für den Abstich
Beim Bau der Abstichhalle bin ich dann auf die Idee gekommen, eine animierte LED-Beleuchtung anzufertigen. Die Steuerung sollte ein Arduino Nano vornehmen - klassischer Fall von Übersprungshandlung, denn ich war wieder Wochen mit diesem ungeplanten Nebenprojekt beschäftigt. Hier hat mir tatsächlich ChatGPT dabei helfen können, einen schnellen Einstieg ins Thema zu schaffen. Ganz besonders bei der richtigen Materialbeschaffung hat mir die KI viel Suche in Foren und vermutlich Frust beim Einkauf erspart. Die Programmierung in C habe ich jedoch ganz altmodisch selbst erstellt - ein kleiner nostalgischer Trip, da ich mein Berufsleben als C-Programmierer begonnen hatte.
 
Für die Beleuchtung verwende ich RGB-LED-Streifen vom Typ WS2815 mit 144 LEDs pro Meter. Bei diesen Streifen lässt sich jede RGB-LED in der Kette einzeln ansteuern, dazu reichen aber 3 Anschlusskabel. Kleiner Nachteil: durch die integrierte Steuerelektronik liegen die LEDs nicht nahtlos aneinander. Da werde ich mir noch etwas überlegen müssen, zum Beispiel eine Diffusionsschicht aus mattem Plexiglas. Zwei Mini-Servos sollen Bohr- und Stopfmaschine bewegen, alles mit den LEDs im Einklang. Einige Optimierungsschritte waren nötig, da sich anfangs LED- und Servo-Steuerung gegenseitig beeinflusst haben. Das konnte ich aber abstellen.
 
Die Stopfmaschine habe ich dann wieder mit Resin gedruckt. Bei der 3D-Konstruktion habe ich mich an Fotos aus Hattingen orientiert. Leider ist der entsprechende Bereich im Museum nur sehr eingeschränkt zugänglich, deshalb habe ich nicht zu allen Blickwinkeln Bilder gefunden und die Konstruktion ist zu einem gehörigen Teil meiner Fantasie entsprungen.
 
Hier ein Testlauf der Animation. Der linke Servo ruckelte, da sich das Timig von LEDs und Servos gegenseitig störte. Das habe ich durch eine geänderte Programmierung lösen können. Etwas Untermalung liefert Lionel Hampton mit "Flying Home" vom 1957.
End of train